Andacht Heute

Die Zeichen der Zeit

Habe heute in Matthäus 16 gelesen, dass die gelehrten Leute ein Zeichen von Jesus sehen wollten, ob Er wirklich der Christus ist. Jesus sagte, dass sie zwar das Wetter bestimmen können, nach den Wolken am Abend, und am Morgen, aber nicht die Zeichen der Zeit erkennen. Er nannte sie auch noch ein ehebrecherisches Geschlecht.

Fast jeder Mensch ist in seinen Alltag so stark verstrickt und lebt, als gäbe es keinen Gott. Was, wenn heute das Leben hier vorbei ist? Weißt du ob deine Seele errettet ist? Heilsgewissheit ist nur dem versprochen, der Jesus Freikauf am Kreuz im Glauben angenommen hat und IHM folgt. Das kann man wissen, weil Der Geist selbst Zeugnis gibt unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind (Röm 8,16) Jesus hat durch seinen Tod und die Auferstehung ewiges Leben in uns bereitet. Durch die Bekehrung und den Glauben dürfen wir uns Seiner Gnade sicher sein.

Gebet

Danke Herr, dass du auch heute noch Menschen herausrufst aus der verlorenen Welt, hinein in deinen Himmelreichbau, der zur Vollendung kommt, wenn du wiederkommst um die Welt zu richten. Danke, dass du uns auch in den Dienst rufst, damit wir andern sagen, wer Du wirklich bist – unser Erlöser vom ewigen Tod. Danke für Dein Wort, das uns tägliche Weisung ist und Leuchte in der Dunkelheit der Welt. Amen

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Bist du dir nicht sicher, dann schreibe uns gerne. Zusammen ins Gebet zu gehen in der selben Angelegenheit Gottes (Matt 18,19) wird von IHM gesegnet. Denn die Seligkeit der Seele ist das Ziel des Glaubens – mit andern Worten: Heilsgewissheit im Herzen ist durch Gottes Geist gewirkt.

Zur Bedeutung des Abendmahls

Im weiteren Verlauf des Essens nahm Jesus Brot, dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es den Jüngern mit den Worten: „Nehmt und esst, das ist mein Leib.“ Dann nahm er einen Becher mit Wein, sprach ein Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: „Trinkt alle daraus! Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele zur Vergebung der Sünden vergossen wird.“
Lukas 26,26-28

Am Freitag, dem 14. März 1522 hielt Martin Luther seine sechste Invokavitpredigt. Es war ihm ein großes Anliegen, den Zuhörern klar zu machen, dass es nicht damit getan ist, routinemäßig am Abendmahl teilzunehmen, um einer religiösen Pflicht nachzukommen. „Das macht aber noch keinen Christenmenschen“, wie er sagte. Er bemühte dazu das drastische Bild einer Maus, die auch vom nichtverzehrten Brot fressen und vom übriggebliebenen Wein trinken könnte. Es würde niemand auf die Idee kommen, sie daraufhin als Christ zu bezeichnen. Es muss das Entscheidende hinzukommen, und das ist der Glaube an Jesus Christus.

Luther machte auch keinen Hehl daraus, dass dieser Glaube, wenn er denn ein echter ist, auch angefochten wird. Es kann sein, dass wir nicht immer fähig sind, das Abendmahl zu empfangen, weil wir in einer tiefen Krise stecken, weil wir uns in einem Gewissenskonflikt befinden oder uns schwach fühlen als Sünder. Wir erleben vielleicht, wie andere Kirchengänger „frech hinzulaufen, so huschhusch, ohne alle Furcht und Demut“ und schnell mal ihre Pflicht erfüllen, während wir auf der Bank sitzen bleiben, weil wir uns nicht würdig fühlen. Dazu bringt Luther am Ende seiner Predigt die Stelle, als Jesus sagt, dass sich im Kreise seiner Jünger ein Verräter befindet. Wir müssen uns vorstellen, was das in den elf schuldlosen Anwesenden ausgelöst hat. Sicher waren es Gedanken wie: ‚Meint der HERR jetzt mich? Werde ich immer treu zu ihm stehen? Würde ich ihn verraten?‘ Und gerade in dieser Not, da die Jünger an ihrem Glauben zweifelten, genau da setzte Jesus Christus das Abendmahl ein, wie es Lukas beschreibt. Luther: „Und als er sie alle recht beben, zittern und betrübt gemacht hatte usw., da setzte er erst das hochwürdige Sakrament ein zu einem Trost und tröstet sie wieder damit, daß dies Brot ein Trost der Betrübten sei, eine Arznei für Kranke, ein Leben für Sterbende, eine Speise für alle Hungrigen und ein reicher Schatz für alle Armen und Bedürftigen. „

Die ganze sechste Invokativpredigt als pdf

Die Abendmahlfrage

Und er nahm das Brot, dankete und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis!
Lukas 22,19

In Wittenberg war der radikale Reformator Karlstadt dazu übergegangen, die Realpräsenz Christi im Abendmahl in Frage zu stellen und den Gläubigen eine andere Praxis vorzuschreiben. Dazu trug er ein Laiengewand, sprach die Einsetzungsworte auf Deutsch, hob die Hostie nicht in die Höhe und gab sie den Gläubigen mit dem Kelch in die Hand. Das war für viele, die an den katholischen Ritus gewöhnt waren, eine Zumutung, und sie empörten sich. Luther mahnte in seiner fünften Invokativpredigt zur Mäßigung. Er war dafür, dass man Rücksicht nehmen sollte. „Darum lasset ab davon, das bitte ich euch.“ Die weitere Reformationsgeschichte zeigt, dass es gerade an der Abendmahlsfrage zur Spaltung in die evangelische (lutherische) und die reformierte Kirche (Zwingli und Calvin) kam. Die Lutheraner betonen die Realpräsenz, d.h. Christus ist in, mit und unter Brot und Wein gegenwärtig. Die Reformierten sehen das Abendmahl vor allem als symbolische Handlung zur Erinnerung an das Opfer Christi.

Im Sinne Luthers ist es sicher – und das wird in der fünften Invokavitpredigt deutlich -, wenn man sich in der Frage der Praxis des Abendmahls nicht verbeißt, sondern sich auf das besinnt, was da im Mittelpunkt stehen soll, nämlich die Feier der einmaligen Erlösungstat Jesu Christi für die ganze Menschheit.