Andacht Heute

Chaos und Ordnung

Wendet euch nicht wieder den ohnmächtigen Götzen zu! Sie helfen nicht und können nicht retten, weil sie ein Nichts sind.
1. Samuel 12,21

    Wenn wir sagen: „Es herrscht ein Tohuwabohu“, dann meinen wir damit ein heilloses Durcheinander. In der Schöpfungsgeschichte bezeichnet das aus dem Hebräischen (die Worte tohu und bohu bedeuten „Wüste“ bzw. „Leere“ ) stammende Wort den Zustand der Erde, bevor Gott Ordnung schuf, nämlich das Chaos. Im Vers von oben wird das Wort tohu im übertragenen Sinne für das Nichtige, wie es Götzen repräsentieren, übersetzt.

    In seiner Abschiedsrede redete Samuel seinem Volk noch einmal eindringlich ins Gewissen. Er warnte es davor, wieder in einen Zustand der Verwirrung zu verfallen. Nicht wenige waren wieder auf die alten Götzen hereingefallen, ohne deren Hohlheit zu erkennen. Samuel mahnte, sie sollten auf keinen Fall den Fehler begehen, dem einzig wahren Gott den Rücken zuzukehren. In alttestamentlicher Zeit waren es z.B. der Wettergott Baal, die Fruchtbarkeitsgöttin Aschera oder der falsche Gott Moloch, dem Kinder geopfert wurden. In unserer sich aufgeklärt gebenden Gesellschaft mag es solche Auswüchse nicht mehr geben. Dennoch tauchen moderne Götzen auf, denen eine übertriebene Bedeutung beigemessen wird. Auch hier kann man von einer Form der Verehrung sprechen. In vielen Köpfen dominiert das Streben nach Wohlstand, Luxus und ständigem Konsum. Celebrities, Influencer und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens werden verehrt und finden viele Anhänger. Auch die suchtartige Mediennutzung und der Drang, ständig online zu sein und in den sozialen Medien Anerkennung zu suchen, können zu einer Form des modernen Götzendienstes werden. Dem eigenen Aussehen wird fast wahnhaft höchste Priorität eingeräumt. Schönheitskliniken und Fitnesscenter sind die Tempel, die heute aufgesucht werden, um vermeintliches Heil zu erlangen.

    Lassen wir uns von diesen eitlen Götzen nicht verwirren. Das wahre Heil schenkt uns allein unser gnädige Gott. Er vergibt uns die Sünden der Vergangenheit. Er übersieht aber auch nicht, wenn wir uns wieder von ihm abwenden und wieder zurückfallen in das alte Tohuwabohu.

    Wie ist das mit der Wiedergeburt?

    Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist.
    Johannes 3,8

    Der vielleicht schwierigste Begriff, den ein Christ sich selbst und anderen erklären muss, ist der der Wiedergeburt. Ein Mensch lässt sein altes Leben hinter sich und beginnt mit Jesus ein neues. Selbst Nikodemus, ein alter und erfahrener Theologe, konnte damit nichts anfangen. Er hatte aber die einmalige Chance, Jesus zu fragen, was es damit auf sich hat.

    ER erklärte ihm, dass der Heilige Geist dabei eine zentrale Rolle spielt. Wie er das macht, muss ein Geheimnis bleiben. So wie niemand sagen kann, wie der Wind plötzlich weht. Er ist auf einmal da und seine Wirkung ist sichtbar. So wie sich die Gräser und dann die Bäume biegen, so können wir feststellen, dass in uns etwas geschehen ist, ohne dass wir es selbst bewirkt haben. In einem Akt der Gnade wurde es uns ermöglicht, Christus als unseren Erlöser anzunehmen. Wir haben angefangen zu glauben, und plötzlich haben sich unser Herz und unser Geist verändert. Diese innere Erneuerung hat zu neuen Einstellungen, Werten, Wünschen und Verhaltensweisen geführt. Durch den Glauben an Jesus Christus wurden uns die Sünden vergeben. Eine neue Identität ist uns geschenkt worden.

    Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob diese Wiedergeburt bei dir schon geschehen ist, dann bete dafür und lass dich ganz vom Glauben erfüllen, damit die Gnade Gottes dich voll erreicht.

    Beten und singen

    Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.
    Jakobus 5,13

    Statt über seinen Zustand zu klagen, sollte der Leidende Gebete zu Gott senden. Es gibt viele Menschen, die sich ständig im Minus vorkommen und sich zu kurz gekommen fühlen. Sie vergleichen sich mit anderen und sind mit ihrem Zustand unzufrieden. Das ständige Grübeln macht sie zu Gefangenen ihrer immer gleichen Gedanken. Die Folge ist meist eine Depression. Hier hilft das Gespräch mit Gott, um aus dem negativen Gedankenkarussell auszusteigen.

    Auch die zweite Empfehlung, das Singen von Lobliedern, kann in schwierigen Zeiten hilfreich sein. Es ist einem in diesem Zustand nicht unbedingt zum Singen zumute ist, dennoch sollte man es als probates Mittel nutzen, um wieder ermutigt zu werden, sich trösten zu lassen und neue Hoffnung zu schöpfen. Unter den 150 Psalmen der Bibel finden sich 42 Klagelieder. Sie sind wichtige Ausdrucksformen menschlichen Leidens. Oft enthalten sie die Bitte um Hilfe und Rettung. Nehmen wir sie zur Hand, um für Zeiten der Not gewappnet zu sein. Sie sind auch Ausdruck des Dankes für Gottes Gnade und Barmherzigkeit. Darüber hinaus sind sie eine Quelle der Ermutigung und Stärkung. Wenn wir christliche Lieder zur Ehre Gottes singen, werden wir mit Liebe und neuer Kraft erfüllt.

    Singt Psalmen, Lobgesänge und von Gottes Geist eingegebene Lieder; singt sie dankbar und aus tiefstem Herzen zur Ehre Gottes.
    Kolosser 3,16