Andacht Heute

Das Leben wird zum Fest

Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen – Leben in ganzer Fülle.
Johannes 10,10

An diesem verlängerten Wochenende hatten wir Besuch, und es wurde ein Fest, wie wir es nie hätten planen können. Es wurde freudig miteinander geredet, gekocht, geplant, gebetet, gesungen und getanzt. Es gab alles im Überfluss, nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Freude, Spaß und Hoffnung. Eines ist sicher, wir werden diese Tage nicht vergessen und uns in schwierigen Zeiten daran erinnern. Alle Teilnehmer wissen, dass dies alles ein Geschenk ist, weil Jesus in unser Leben gekommen ist und uns diese Fülle gebracht hat. Die Fülle des Lebens bedeutet nicht ein Leben in Reichtum, Luxus, Bequemlichkeit, Macht und Verehrung. Sie ist vielmehr verbunden mit gesteigerter Lebensenergie, Freude an kleinen Dingen, Erweiterung enger Lebensbereiche, Freude am Schaffen, Heiterkeit und Frohsinn. Der große Prediger Spurgeon hat einmal gesagt: „Das Leben ist von unterschiedlichen Ausmaßen geprägt. Manche haben Leben, aber es flackert wie eine sterbende Kerze und ist undeutlich wie das Feuer im rauchenden Flachs; andere sind voller Leben, leuchtend und vehement.“ Lassen wir unser flackerndes Flämmchen durch Jesus wieder hell und feurig werden.

Lohn und Strafe auf Erden

„Der Vater im Himmel lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“
Matthäus 5,45

Das Schicksal kann Gläubige und Ungläubige hart treffen, auch wenn dies nicht unserem moralischen Empfinden entspricht. Nach unserem Rechtsempfinden sollte gutes Verhalten belohnt und schlechtes bestraft werden. Wir sehen aber, dass oft Mafiabosse ein schönes Leben führen und wir, die wir uns immer an die Gesetze des Staates halten, so oft benachteiligt werden. Von Gott erwarten wir, dass er unsere moralischen Ansprüche unterstützt, und es gibt nicht wenige, die ihm die Schuld geben, wenn dies nicht geschieht.

Heute bin ich auf den Begriff des „Tun-Ergehen-Zusammenhangs“ gestoßen, den der evangelische Theologe Klaus Koch geprägt hat. Abgesehen davon, dass die Wortwahl nicht ganz glücklich, weil schwer verständlich ist, lohnt es sich, sich mit ihm zu beschäftigen. Ganz salopp könnte man den Begriff mit der Erwartung erklären, dass gottgefälliges Verhalten unmittelbar auf Erden belohnt und sündiges Verhalten bestraft wird. Wer nur das Alte Testament zur Hand nimmt, könnte auf so etwas kommen. Aber schon Hiob oder dann im Neuen Testament Jesus selbst sind die besten Beispiele dafür, dass dieser Zusammenhang nicht stimmen kann. Hiob versucht, ein vorbildliches, gottgefälliges Leben zu führen, und trotzdem trifft ihn so viel Unglück. Jesus ist völlig frei von Sünde und wird dennoch grausam gefoltert und getötet. Wenn dies Lohn-Strafe-Prinzip auf Erden ganz sicher nicht zutrifft, dann kommt es entscheidend auf unsere Ausrichtung an. Wenn wir Buße tun und die Trennung von Gott überwinden, dann werden daraus auch gute Taten entspringen. Wir werden uns aber nicht durch deren Anhäufung nach dem Pfadfindermotto „Jeden Tag eine gute Tat“ eine Wunscherfüllungsgarantie bei unserem Herrn aufbauen können. Beten dürfen wir immer, aber ohne die ständige Erwartung einer Belohnung für unser Tun. Auch Hiob musste erkennen, dass sein Schicksal nicht von seinen Taten, sondern allein von der Gnade Gottes abhängig ist. Entscheidend ist, dass der Mensch den eigentlichen Sinn seines Lebens nicht verfehlt.

Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns ein unermessliches ewiges Gewicht an Herrlichkeit.
2. Korinther 4,17

Wie wir leben sollen

Freut euch, was auch immer geschieht!
1. Thessalonicher 5,16

Heute Morgen habe ich mich sehr über die Tageslosung gefreut. Wie gut tun uns diese Worte aus dem Thessalonicherbrief! Man braucht sie nicht zu kommentieren. Paulus hatte sicher kein sorgenfreies Leben, wie oft war es bedroht, aber er war ungebrochen in seiner Hoffnung. Mit zunehmendem Alter erinnern wir uns an die Stürme der Jugend und können manches, was uns früher bedrückt hat, gelassener sehen. Es ist gut, sich an Paulus ein Beispiel zu nehmen, wie er so mahnend und zugleich aufbauend an die Gemeinden geschrieben hat. Man sollte diese Verse immer mal wieder zur Hand nehmen, im Zusammenhang lesen und darüber nachdenken, was wir tun können, um anderen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen:

12 Geschwister, wir bitten euch, die anzuerkennen, denen der Herr die Verantwortung für eure Gemeinde übertragen hat und die mit unermüdlichem Einsatz unter euch tätig sind und euch mit seelsorgerlichem Rat zur Seite stehen.
13 Ihr könnt ihnen für das, was sie tun, nicht genug Achtung und Liebe entgegenbringen. Haltet Frieden untereinander!
14 Weiter bitten wir euch, Geschwister: Weist die zurecht, die ein ungeordnetes Leben führen! Ermutigt die, denen es an Selbstvertrauen fehlt! Helft den Schwachen! Habt mit allen Geduld!
15 Achtet darauf, dass keiner Böses mit Bösem vergilt. Bemüht euch vielmehr mit allen Kräften und bei jeder Gelegenheit, einander und auch allen anderen Menschen Gutes zu tun.
16 Freut euch, was auch immer geschieht!
17 Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen!
18 Dankt Gott in jeder Lage! Das ist es, was er von euch will und was er euch durch Jesus Christus möglich gemacht hat.