Andacht Heute

Gegenseitige Ermutigung ist wichtig

Seht zu, Brüder, dass nicht etwa in jemandem von euch ein böses Herz des Unglaubens ist, im Abfall vom lebendigen Gott, sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es „heute“ heißt, damit niemand von euch verhärtet wird durch Betrug der Sünde!
Hebräer 3,12-13

Wenn hier vom „Betrug der Sünde” gesprochen wird, bedeutet das vielleicht, dass man sich etwas vormacht, beispielsweise, dass es nicht darauf ankomme, wie man lebt. Man könne sich ja ein wenig von Gott entfernen und dann wieder zu ihm zurückkommen. Dagegen spricht jedoch dieses „heute”. Es könnte nicht nur schnell zu spät sein, sondern es ist ebenso gefährlich, weil es unsere Herzen in einer Weise verhärtet, die uns vom richtigen Weg abbringt. Hier hilft die Gemeinschaft mit Gläubigen. Nur gegenseitige Ermutigung schützt vor innerer Verhärtung. Aus weltlichen Kreisen hört man – gerade aktuell als Reaktion auf das öffentliche Gebet unserer WM-Spieler Nmecha und Tah – gern den Satz: „Der Glaube ist Privatsache.“ Das ist jedoch nicht richtig. Glaube ist zwar persönlich, das heißt, er betrifft mein Gewissen und meine Beziehung zu Gott. Er ist aber nicht privat im Sinne von „Glaube soll bitte im stillen Kämmerlein bleiben”.

Jesus ruft Menschen in eine Gemeinschaft, nicht in eine Privatfrömmigkeit. Es gibt keinen Grund, den Glauben an Gott aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. Nur gegenseitige Ermutigung schützt uns vor innerer Verhärtung. Glaube ist nicht privat. Glaube ist ein Mannschaftssport. Wir sollten uns deshalb gegenseitig ermutigen, um nicht wankelmütig zu werden.

Gebet
HERR, bewahre uns vor dem leisen Weggehen von dir. Mach uns wach und aufmerksam füreinander, damit wir uns täglich gegenseitig stärken. Amen.

Wenn unsere Kräfte schwinden

Mein Mund ist voll von deinem Lob, von deinem Ruhm den ganzen Tag. Verwirf mich nicht zur Zeit des Alters; beim Schwinden meiner Kraft verlass mich nicht!
Psalm 71,8-9

Der Psalmist lobt Gott für alles, was er ihm zu verdanken hat, und drückt seine Freude aus. Gleichzeitig spricht er eine Befürchtung an, wenn er an sein Alter denkt: Seine Kräfte werden schwinden, die Angst wird sich einstellen, vergessen zu werden, aus Selbstbestimmtheit wird Hilfsbedürftigkeit und Abhängigkeit. Da verdrängt er nichts in seinem Jubel. Es werden auch schwierige Zeiten auf ihn zukommen, und genau dann wird die Nähe zu Gott noch wichtiger.

Im Alter stellt sich jedem Menschen die Frage, was ihn wirklich trägt im Leben. Wohl dem, der sich in Gott geborgen weiß und ihm vertraut. Er lobt Gott und bittet gleichzeitig: „Verlass mich nicht, wenn meine Kraft schwindet.” Das ist keine Schwäche des Glaubens, sondern eine ehrliche Haltung, bei der die Realität nicht ausgeklammert wird. Der Mund kann voll Lob sein, weil das Herz weiß: Gott hält mich, auch wenn meine eigenen Kräfte mich nicht mehr tragen können. Er ist uns treu in allen Lebensphasen.

Gebet
HERR, mein Leben liegt in deiner Hand – von Jugend an bis heute. Fülle meinen Mund mit deinem Lob, auch an den Tagen, an denen meine Kräfte kleiner werden. Amen.

Wenn Fragen offen bleiben

Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand.
Sprüche 3,5

In meiner Andacht „Die Erklärungsnot der Materialisten“ habe ich versucht, zu schildern, dass sich die Philosophie bis heute mit dem Leib-Seele-Problem schwertut. Der Mensch wird es wohl niemals von sich aus lösen können. Wir modernen Menschen haben uns daran gewöhnt, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt. Wir googeln, wir messen, wir analysieren. Wenn wir etwas nicht erklären können, fühlen wir uns unwohl. Wir überfordern uns jedoch selbst, wenn wir glauben, wir müssten jedes Rätsel lösen, um Sicherheit in unser Leben zu bringen.

Die Bibel zeigt uns einen Ausweg aus diesem Erklärungszwang. Es ist keine Flucht vor den auftauchenden Fragen, sondern ein Eintauchen in die Geborgenheit trotz vieler Fragen. Unser Vers bedeutet nicht, dass wir nicht denken sollen. Wir sollen nur nicht unseren Verstand zu unserem Gott machen. Wir dürfen dem einzigen, lebendigen Gott vertrauen, auch wenn wir nicht alles verstehen. Christlicher Glaube ist kein intellektueller Rückzug, sondern eine Entlastung. Ich muss nicht alles erklären, weil ich in den Händen dessen bin, der alles versteht.

Gebet
HERR, unser großer Gott, du siehst unsere Fragen und unsere Grenzen. Gerade, weil wir so vieles nicht verstehen, dürfen wir uns auf deine Weisheit verlassen und aus ihr leben. Amen.