Gegen die Verdunkelung
„Habt nichts gemein mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf.“
Epheser 5,11
Wir leben in einer Zeit, in der vieles, was einmal klar war, verschwimmt. Worte verlieren ihre Bedeutung, Grenzen werden relativiert, und selbst der Glaube an Gott wird oft behandelt, als sei es nur eine Option unter vielen. Diese Entwicklung geschieht selten laut. Sie kommt leise, schleichend, fast unmerklich – und gerade darin liegt ihre Gefahr. Das Wirken des Bösen ist heute nicht spektakulär, nicht dramatisch, nicht offensichtlich. Es tritt nicht mit Gewalt auf, sondern mit Täuschung. Es arbeitet mit Verwirrung der Begriffe, mit der Verfälschung des Guten, mit einer scheinbaren Harmlosigkeit, die gerade deshalb so wirksam ist. Es erscheint – wie die Schrift sagt – „wie ein Engel des Lichts“.
Und auch die Kirchen sind davor nicht geschützt. Wenn sie sich zu sehr dem Zeitgeist anpassen, wenn aus Angst vor Ablehnung die Wahrheit verschwiegen wird, dann öffnen sie selbst die Türen für diese Verdunkelung. Das klare Benennen dieser Gefahr ist kein Pessimismus. Es ist ein Akt der Hoffnung. Denn nur, was ans Licht kommt, kann geheilt werden. Christus selbst sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Nicht wir müssen das Licht erzeugen – aber wir müssen die Schleier erkennen, die es verdunkeln.