Andacht Heute

Zeit für die Lehre

Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Er nahm sich darum viel Zeit, sie zu lehren.
Markus 6,34

Auch heute ist es noch so: An der Bibel interessierte Menschen dürfen nicht allein gelassen werden. Sie brauchen gerade am Anfang die Anleitung von Erfahreneren. Sie haben den Ruf erhalten und stehen nun da und wissen oft nicht, wo sie anfangen sollen. Da ist es gut, wenn sie sich einem Bibelkreis anschließen, damit das aufmerksame Lesen des Wortes zur Gewohnheit wird. In unserem Kreis haben wir vor der Sommerpause gerade das Matthäusevangeliums zu Ende gelesen. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass dabei eine Reihe von Fragen aufgetaucht sind, die wir mit Hilfe des Heiligen Geistes gemeinsam klären konnten. Es ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen, diese wichtigen Lehrtexte geduldig zu lesen und für sich selbst zu prüfen, was sie uns zu sagen haben. Gottes Wort soll uns zum Nachdenken anregen und unser Herz berühren.

Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig ist, für jedes gute Werk ausgerüstet.
2. Timotheus 3,16-17

Eigene oder Gottes Maßstäbe

Wir alle haben früher so gelebt; wir ließen uns von den Begierden unserer eigenen Natur leiten und taten, wozu unsere selbstsüchtigen Gedanken uns drängten. So, wie wir unserem Wesen nach waren, hatten wir – genau wie alle anderen – nichts verdient als Gottes Zorn.
Epheser 2,3

Wenn Gott in unserem Leben keine Rolle spielt, dann sind wir ein Spielball unserer eigenen Leidenschaften. Aber, wird mancher sagen, es gibt ja noch die Moral. Sie beschreibt die allgemein anerkannten Sitten, Tugenden, Normen und Werte der Gesellschaft, die auch Eingang in Regeln und Gesetze gefunden haben. In den verschiedenen Kulturen gibt es durchaus Unterschiede in den moralischen Werten. In unserer christlichen Zivilisation ist unübersehbar, wie viele Werte aus der Bibel übernommen und damit zum unbestrittenen Allgemeingut geworden sind. Man denke nur an Werte wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Ein Christ wird sie auch Andersgläubigen entgegenbringen. Auch Atheisten und Agnostiker können diese Moralvorstellungen intellektuell anerkennen und praktizieren. Was sie aber von den Gläubigen unterscheidet, ist die Tatsache, dass sie sich ihr eigenes Wertesystem aufbauen müssen. Sie setzen sich ihre eigenen Maßstäbe, denen sie sich verpflichtet fühlen, die sie aber im Gewissenskonflikt auch wieder ändern können. Denn der Ungläubige ist keiner höheren Macht Rechenschaft schuldig. Für ihn gelten nur seine eigenen Gesetze. So ist er nicht selten seinem Bauchgefühl ausgeliefert, dem sich sein Verstand unterwirft und die notwendigen Anpassungen des eigenen Wertesystems vornimmt. Auch der christlich gesinnte Mensch ist nicht davor gefeit, „sich selbst zu richten“, wenn die eigene Natur ihn dazu verleitet. Dann werden Bibelverse uminterpretiert und dem jeweiligen Mainstream angepasst. Wenn in einer Gesellschaft wie der unseren, es schick geworden ist, sich für die Vielfalt zu öffnen, dann sind wir schnell wieder bei der Vielgötterei gelandet, die unserem Gott ein Gräuel ist.

Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
Römer 12,2

Sie waren schwer von Begriff

Dann ging er mit ihnen die ganze Schrift durch und erklärte ihnen alles, was sich auf ihn bezog – zuerst bei Mose und dann bei sämtlichen Propheten.
Lukas 24,27

Als die Jünger nach Emmaus gingen, kam Jesus auf sie zu, aber sie erkannten ihn nicht. In der Schlachterübersetzung heißt es: „Ihre Augen wurden gehalten“. Das deutet darauf hin, dass sie von Gott daran gehindert wurden, Jesus in diesem Augenblick zu erkennen. Sonst wäre es verwunderlich gewesen, wenn sie vor lauter Weltschmerz nicht gesehen hätten, mit wem sie es jetzt zu tun hatten. So erzählten sie freimütig, was ihrer Meinung nach geschehen war, dass ein Jesus von Nazareth, den sie für einen Propheten hielten, zum Tode verurteilt und getötet worden war. Sie hatten ihn immer noch nicht als Sohn Gottes erkannt und wurden im Laufe des Gesprächs von Jesus selbst belehrt. Sie kannten zwar die alten Schriften, aber die Worte der Propheten, die auf den Erlöser der Menschheit hinwiesen, hatten sie nicht verstanden. Am Ende dieser Bibelstunde hatten sie es endlich begriffen. Der Herr war auferstanden und Simon und ihnen erschienen.

Dann öffnete er ihnen die Augen für die Schrift und half ihnen, sie zu verstehen. „So steht es geschrieben“, erklärte er ihnen, „und so musste der Messias leiden und sterben und am dritten Tag danach von den Toten auferstehen. Und in seinem Namen wird man allen Völkern predigen, dass sie zu Gott umkehren sollen, um Vergebung der Sünden zu erhalten. Das beginnt in Jerusalem. Ihr seid Zeugen für das alles.“
Lukas 24,45-48