Andacht Heute

Ein guter Rat für Ratgeber

Es muss eine Ehre für euch sein, ruhig und besonnen zu leben. Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten, wie wir euch das gesagt haben, und sorgt selbst für euren Lebensunterhalt, damit ihr auch für Außenstehende als anständige Menschen geltet und niemand zur Last fallt.
1. Thessalonicher 4,11-12


    Natürlich ist es die Pflicht eines Christen, sich um seinen Nächsten zu kümmern. Wenn wir sehen, dass jemand in unserer Umgebung im Begriffe ist, einen Irrweg einzuschlagen, sollen wir ihn dann nicht warnen oder uns aber mit Kommentaren zurückhalten? Das Problem ist, dass viele Fälle nicht so einfach gelagert sind, und man sich seines eigenen Urteils nicht immer sicher sein kann. Wenn dem so ist, hält man sich mit seinen Empfehlungen meist besser zurück und reagiert erst, falls der Andere sich mitteilen will.

    Aber geht es in unserem Vers aus dem Thessalonicherbrief wirklich um eine solche Einmischung in die Angelegenheiten anderer? Ich glaube eher, dass er davon handelt, – bevor man anderen kluge Ratschläge gibt – vor allem die Dinge des eigenen Lebens in Ordnung zu halten. Und damit ist in erster Linie gemeint, für den eigenen Lebensunterhalt Sorge zu tragen und nicht, sich ständig in das Leben anderer einzumischen. Das heißt nicht, dass man sich nicht um den anderen kümmern soll, wenn er offensichtlich auf dem falschen Weg ist. Aber man muss nicht bei jeder Kleinigkeit seine vermeintliche Überlegenheit zur Schau stellen, indem man ständig korrigierend in das Leben anderer einzugreifen versucht. Wie der Vers zeigt, ist es eine biblische Haltung, wenn es heißt: „Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten!“ Das ist zweifellos ein richtiger Standpunkt, aber wir alle wissen, dass es Situationen gibt, in denen wir zweifeln, ob wir von uns aus den anderen auf ein Problem ansprechen sollen, z.B. wenn er sich in etwas verrannt hat, das ihn von Gott wegführen könnte. Ich denke, dann ist es immer gut, zu beten und den Herrn um Rat zu fragen, bevor wir eigenmächtig handeln.

    Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand, sondern vertraue voll und ganz dem HERRN!
    Sprüche 3,5

    Die Gefahr der Ruhmsucht

    Lasst uns nicht nach leerem Ruhm streben, einander nicht herausfordern noch einander beneiden!
    Galater 5,26

    Das übertriebene Streben nach Ruhm, auch Ruhmsucht genannt, ist auch für Christen immer eine Versuchung gewesen. Demgegenüber stehen Demut und Bescheidenheit. Johannes Cassian (330-435) machte sich dazu seine Gedanken über das Klosterleben: „Wenn der Mönch offen fastet, wird er von der eitlen Ruhmsucht geplagt… Um nicht davon angesteckt zu werden, vermeidet er es, in Gegenwart der Brüder lange Gebete zu verrichten.“. Waren damals selbst Mönche nicht vor Ruhmsucht gefeit, so können wir heute dieses Fehlverhalten in Massen beobachten. Zeitungen, Fernsehen und Internet sind voll davon. Die Eitlen, Reichen und Schönen praktizieren diese Sucht schamlos, selten wird sie als krankhaft bezeichnet. Psychologen verwenden jedoch den Begriff „narzisstische Persönlichkeitsstörung“ für ein auffallend ruhmsüchtiges, arrogantes Verhalten. Interessant ist, dass man in diesem Zusammenhang auch von Paradoxiesucht die Rede ist, also dem immer dringenden Bedürfnis, durch etwas Außergewöhnliches, auch Seltsames zu glänzen. Man spricht dann von Sonderlingssucht und Seltsamkeitsfieber. Solche Menschen sind so gestrickt, dass sie sich selbst gegen unumstößliche Wahrheiten wehren, weil sie einen Hang zum Unglaublichen haben. Nur was kaum zu glauben ist, ist für sie auch interessant. Das würde erklären, warum viele Esoteriker die Nase rümpfen, wenn man sie mit den Grundbotschaften des Glaubens konfrontiert. Weil sie einen Hang zum Merkwürdigen, Unheimlichen und zu Sonderlichkeiten haben, ist ihnen die Heilsgeschichte zu klar und einfach. Dieser Wahrheit müssten sie sich in Demut unterwerfen, da geben sie sich lieber ihrem Streben nach Ruhm hin.

    „Gut, dass ich nicht so bin wie diese Ruhmsüchtigen“, könnten wir jetzt sagen. Aber das Wort aus dem Paulusbrief gilt jedem von uns. Wir müssen ehrlich zu uns sein. HERR, lass mich erkennen, wo ich meine Eitelkeiten pflege, damit ich mich ändern kann!

    Wer wird am Ende der Dumme sein?

    Denn obwohl sich seine Weisheit in der ganzen Schöpfung zeigt, hat ihn die Welt mit ihrer Weisheit nicht erkannt. Deshalb hat er beschlossen, eine scheinbar unsinnige Botschaft verkünden zu lassen, um die zu retten, die daran glauben.
    1. Korinther 1,21

      Ohne die Philosophie und ihre Geschichte insgesamt abwerten zu wollen, ist es doch erstaunlich, was Menschen im Laufe der Zeit alles vertreten und geglaubt haben. Es gab Menschen, die allen Ernstes behaupteten, außer ihnen selbst und ihrem Bewusstsein gäbe es nichts, die Außenwelt sei nur eine Einbildung. Andere glaubten, dass unser Leben keinerlei Sinn habe und lehnten alle moralischen und sozialen Normen ab. Wieder andere sagten, es gäbe keinen freien Willen, alle unsere Handlungen seien vorherbestimmt. Nicht wenige stehen auch heute noch unter dem Einfluss des Dekonstruktivismus, der bewährte Gegensätze (z.B. Mann und Frau) und jede Eindeutigkeit von Aussagen als willkürliches Konstrukt in Frage stellt.

      Wer heute als Christ die einfache Wahrheit verkündet, dass es einen Gott gibt, der uns alle geschaffen hat und der uns in seiner grenzenlosen Liebe durch Jesus Christus einen Weg zum ewigen Leben anbietet, dem wird es so gehen, wie es im Korintherbrief beschrieben wird: Er wird der Verkünder einer Botschaft sein, die für viele scheinbar unsinnig ist. Aber machen wir uns nichts daraus, es kann nicht anders sein, denn die Weisheit der Welt unterscheidet sich fundamental von der Weisheit Gottes. Auch wenn wir beschimpft, verspottet und sogar verfolgt werden, erfüllen wir den Auftrag unseres Herrn, der immer an unserer Seite ist.

      „Ich sage euch: Am Tag des Gerichts werden die Menschen Rechenschaft ablegen müssen über jedes unnütze Wort, das sie geredet haben. Denn aufgrund deiner Worte wirst du freigesprochen werden, und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden.“
      Matthäus 12,36-37