Andacht Heute

Das von Gott versprochene Erbe

Außerdem hat Gott uns – seinem Plan entsprechend – durch Christus zu seinen Erben gemacht.
Epheser 1,11

Unter Erbe versteht man eine Person, auf die das Vermögen des Erblassers übergeht. Wie dies geschehen soll, bestimmt dieser zu Lebzeiten in einem Testament. Die Willenserklärung des Erblassers kann von ihm jederzeit widerrufen werden. Interessanterweise finden sich diese Begriffe auch im Christentum. Hier gibt es aber entscheidende Unterschiede: Gott als Erblasser hat alles ein für allemal und unwiderruflich vorherbestimmt. Sein Erbe ist nicht materiell, sondern rein geistig. Sein Testament ist keine knappe Willenserklärung, sondern ein sehr umfangreiches Buch, das in zwei Teile, das Neue und das Alte Testament, gegliedert ist. Dem Erben ist das ewige Leben und die Gemeinschaft mit Gott zugesagt. Als Kind Gottes hat er Anteil an den Verheißungen und Segnungen, die Gott seinen Nachfolgern versprochen hat. Durch seinen Glauben an IHN ist er Miterbe, d.h. er hat Anteil an allem, was Christus gehört, einschließlich der Herrlichkeit und des Reiches Gottes, in das er eingehen und dort für immer leben darf.

In der Bibel gibt es Beispiele von Menschen, die das geistliche Erbe Gottes ausgeschlagen haben: Esau verkaufte sein Erstgeburtsrecht für ein Essen. Judas Iskariot entschied sich dagegen und verriet Jesus für 30 Silberlinge. In der Geschichte von einem jungen Mann, der nicht bereit war, seinen Reichtum den Armen zu geben, verzichtete er traurig auf das ewige Leben.

Leider schlagen auch heute noch viele Menschen das von Gott verheißene Erbe aus. Sie sind in ihrem Unglauben gefangen und zweifeln an der Existenz Gottes und seinen Verheißungen. Sie haben in dieser Welt, in der es um Macht und Geld geht, andere Prioritäten gesetzt. Sie werden von ihrem Umfeld oder von den Medien beeinflusst, die ihnen suggerieren, dass man sich nur auf seinen eigenen Verstand verlassen soll. Vielleicht hat der eine oder andere auch schlechte Erfahrungen in religiösen Gemeinschaften gemacht. Gründe gibt es viele, weshalb Menschen das von Gott gewährte Erbe ausschlagen. Wer es tut, begeht eine grenzenlose Dummheit.

Wer den Kampf besteht, wird das alles erben. Ich werde sein Gott und er wird mein Sohn sein.
Offenbarung 21,7

Der Weg zur Weisheit

Wohl dem Menschen, der Weisheit erlangt, und dem Menschen, der Einsicht gewinnt!
Sprüche 3,13

Die Sprüche der Bibel gehören zur Weisheitsliteratur. Sie beschreiben die Fähigkeit, die Welt und das Leben zu verstehen und entsprechend zu handeln. Der Mensch gewinnt dadurch praktisches Wissen und die moralische Einsicht, dass er sein Handeln an Gott und seiner Gerechtigkeit ausrichten muss. Was könnte uns daran hindern, diese Weisheit zu erlangen? Ich glaube, es ist die Selbstzufriedenheit, die uns im Wege steht. Allzu leicht meinen wir, dass unsere Lebensweise im Großen und Ganzen in Ordnung ist. Wir suchen uns aus der Weisheit der Bibel das heraus, was uns passt und unser Verhalten bestätigt. Wenn uns etwas Unangenehmes zustößt, empfinden wir es als ungerecht, weil wir doch bisher ein tadelloses Leben geführt haben. Das erinnert mich unwillkürlich an Hiob, der scheinbar ein vorbildliches Leben geführt hat und dann furchtbare Schicksalsschläge erleiden musste. Sein Problem war, nicht erkannt zu haben, dass es noch die höhere Weisheit Gottes gibt, die der menschlichen Weisheit weit überlegen ist. Das zu erkennen ist die höchste Weisheit, die ein Mensch erlangen kann. Der zentrale Gedanke muss sein, dass alle Weisheit mit der Ehrfurcht vor Gott beginnt, wie es in Sprüche 9,10 heißt: Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. Hiob wurde auf eine Weise belehrt, die wir niemandem wünschen würden. Lasst uns beten, dass uns und möglichst vielen Menschen die Einsicht in Gottes Allmacht auf einem Weg geschenkt wird, der für uns erträglich und weniger einschneidend ist wie bei Hiob.

Gott allein kennt den Weg zur Weisheit; er nur weiß, wo sie zu finden ist. Denn er blickt über die ganze Welt, er durchschaut Himmel und Erde.
Hiob 28,23-24

Die Mutter Jesu

Es geschah aber, als er dies redete, da erhob eine Frau aus der Volksmenge die Stimme und sprach zu ihm: Glückselig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Glückselig sind vielmehr die, die Gottes Wort hören und es bewahren!
Lukas 11,27-28

Jesus wollte Maria mit diesen Worten nicht herabsetzen. Er achtete sie und war mit ihr verbunden, wie es ein Sohn seiner Mutter schuldig ist, die ihn geboren und aufgezogen hat. Aber er wollte mit seinen Worten darauf hinweisen, dass für jeden von uns der Weg zum Heil nicht über die Marienverehrung führen kann, sondern nur über das Hören und Befolgen des Wortes Gottes. Seit der Hochzeit zu Kanaan war Jesus aus der Mutter-Sohn-Beziehung in eine ganz andere Dimension eingetreten. Maria war sich bewusst geworden, dass sie den Menschensohn vor sich hatte. Sie fügte sich sofort und richtete ihr Handeln danach aus, indem sie die Diener anwies: „Was er euch sagt, das tut!“ Und Jesus tat sein erstes Wunder. Die Worte Jesu machen deutlich, dass es im Leben nicht auf das Fleischliche, sondern vor allem auf das Geistige ankommt. Wir dürfen nicht bei der Faszination der wunderbaren Verwandlung von Wasser und Wein und bei der Verehrung der Mutter Jesu stehen bleiben. Diese erstaunlichen Ereignisse waren wichtige äußere Zeichen, um Menschen zum Nachdenken zu bringen. Entscheidend ist jedoch, dass wir eine persönliche Beziehung zu IHM aufbauen. Jesus ruft jeden von uns auf, sich auf den Weg zu machen und ihm nachzufolgen.