Andacht Heute

Absichtliche Unwissenheit

Aber es fehlt ihnen an Einsicht und Erkenntnis, in Finsternis gehen sie ihren Weg.
Psalm 82,5

In diesem Psalm erinnert der Tempelsänger Asaf daran, dass Gott eines Tages die Herrscher der Welt zur Rechenschaft ziehen wird. Sie sind von IHM eingesetzt, um für Gerechtigkeit und das Wohl ihrer Untertanen zu sorgen. Wenn es ihnen an „Einsicht und Erkenntnis“ mangelt, liegt Unwissenheit (lat. ignorantia) vor. Es gibt die einfache Unwissenheit, die unfreiwillig durch mangelnde Bildung entsteht. Die negative Form ist dagegen die absichtliche Unwissenheit, die auf der bewussten Entscheidung beruht, bestimmte Informationen zu ignorieren, obwohl sie verfügbar sind. Diese zweite Form ist nicht entschuldbar, wir können sie ständig im Handeln von Politikern beobachten. Sie ist auch der Grund dafür, dass so viele Mitmenschen Gott ablehnen und lieber ihren eigenen, von ihm getrennten Weg gehen. Sie könnten es besser wissen, es gibt so viele Informationen über seine Existenz, aber sie haben sich entschieden, nichts davon wissen zu wollen. Gott selbst hat dem Menschen die Entscheidungsfreiheit gegeben, wir können uns für Freiheit und ewiges Leben entscheiden, aber auch für Gefangenschaft und Tod.

Ihr steht vor der Wahl zwischen Leben und Tod, zwischen Segen und Fluch. Wählt das Leben, damit ihr lebt, ihr und eure Nachkommen.
5. Mose 30,19

    Erkenne leeres Geschwätz!

    Als ich nach Mazedonien abreiste, bat ich dich, in Ephesus zu bleiben, weil es dort Leute gibt, die falsche Lehren verbreiten, und gab dir den Auftrag, ihnen das zu verbieten. Halte dich auch weiterhin an diese Anweisung! Denn die Legenden und endlosen Geschlechtsregister, mit denen sie sich befassen, führen nur zu Spekulationen, statt dass sie den Glauben fördern und damit der Verwirklichung von Gottes Plan dienen. Sie bringen auch keine Liebe hervor, und gerade das muss doch das Ziel aller Verkündigung sein – Liebe aus einem reinen Herzen, einem guten Gewissen und einem Glauben, der frei ist von jeder Heuchelei. Dieses Ziel haben jene Leute aus den Augen verloren, und daher ist alles, was sie von sich geben, leeres Gerede.
    1. Timotheus 1,3-6

      Paulus bekräftigte in seinem Brief den Wunsch an den jungen Timotheus, er solle in Ephesus bleiben. Fremde Lehren waren aufgekommen, die die klare Botschaft der Schrift gefährden und die Menschen in die Irre führen konnten. Charakteristisch für diese Abweichungen ist bis heute, dass sie keineswegs offen antichristlich sind. Damals waren es Menschen, die wohl aus der Gnosis kamen, also aus mystischer Sicht zu fragwürdigen Einsichten in die göttlichen Geheimnisse gelangten. Es gab auch äußerst strenge Gesetzeslehrer, Glaubensheuchler und sich selbst überschätzende Lehrer. Sie alle brachten unnützes Geschwätz hervor, vor dem wir uns auch heute noch hüten müssen. Sie als solche zu erkennen und ihnen gegebenenfalls entgegenzutreten, ist eine ständige Aufgabe des Christen. Erkennungsmerkmale sind:

      1. Das Fehlen entscheidender biblischer Grundlagen und die Überbetonung von Nebensächlichkeiten
      2. Abweichungen, die nur durch Prüfung mit der Heiligen Schrift erkennbar sind
      3. Ein Lehrer widerspiegelt nicht (wie in Galater 5,22-23 beschrieben) die Frucht des Geistes: Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Selbstbeherrschung.
      4. Unnützes Geschwätz neigt dazu, rein theoretisch zu sein und keinen wirklichen Nutzen für die Praxis des Gläubigen zu haben
      5. Heuchlerischer Glaube, Scheinheiligkeit, Unterschied zwischen Worten und Taten, Selbstgerechtigkeit
      6. Das Wichtigste kommt zu kurz: Die Liebe untereinander und zu Gott.

        Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! Ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe. An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid.
        Johannes 13, 34-35

        In Bewegung bleiben

        Lasst uns daher nicht müde werden, das zu tun, was gut und richtig ist. Denn wenn wir nicht aufgeben, werden wir zu der von Gott bestimmten Zeit die Ernte einbringen.
        Galater 6,9

        Diese ermutigende Aufforderung an die Christen in Galatien ist sicher auch heute noch aktuell. Der Mensch ist ein tätiges Wesen, denn Aktivität und Handeln sind zentrale Aspekte des Lebens. Dabei geht es um die Befriedigung von Grundbedürfnissen wie Nahrungssuche, Schutz und Fortpflanzung. Auch geistig tätig zu sein stärkt den Menschen, gibt ihm Sinn und Struktur. Oder wie es Albert Einstein ausdrückte: „Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muss sich vorwärts bewegen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.“

        Als gläubiger Mensch kann man sich von Zeit zu Zeit fragen, welche christliche Aktivität man eingestellt hat, weil man müde geworden ist. Vielleicht hat man regelmäßig in der Bibel gelesen und dann wieder aufgehört. Man hat einen Hauskreis besucht, geht aber seit einiger Zeit nicht mehr hin. Man hat sich christliche Vorträge im Internet angehört, aber das Interesse daran ist wieder erloschen. Wie wäre es, eine frühere liebgewonnene Aktivität wieder aufzunehmen? Bald wird man feststellen, dass das Interesse wieder wächst und das „Fahrrad des Glaubens“ neuen Schwung bekommt.