Andacht Heute

Lehren statt prophezeien

Keine Prophetie hat je ihren Ursprung im Willen eines Menschen gehabt. Vielmehr haben Menschen, vom Heiligen Geist geleitet, im Auftrag Gottes geredet.
2. Petrus 1,21

    Es geht Petrus um die einzigartige Rolle der biblischen Propheten, wie sie im Alten Testament zu Wort kommen. Sie wurden allein vom Heiligen Geist geleitet. Aus ihnen sprach einzig der Wille Gottes. Wer sich heute noch einbildet, aufgrund besonderer Einsichten und Visionen eigene Prophezeiungen mitteilen zu müssen, verkennt die Einmaligkeit des Auftretens der wahren Propheten. Das Wort Gottes bedarf keiner Ergänzung, weil es vollständig ist und alle entscheidenden Botschaften enthält.

    Auch wenn die Prophetie vollendet ist, ist es dennoch unerlässlich, dass es geeignete Lehrer gibt. Sie helfen, die Inhalte der Bibel verständlich zu machen und vermitteln Gläubigen, wie sie die rettende Botschaft auf das eigene Leben anwenden können. Neben der Förderung des Glaubens haben sie die verantwortungsvolle Aufgabe, fundiertes und korrektes Wissen zu fördern und Missverständnisse, Irrtümer und Irrlehren auszuräumen. Sie tun dies in Demut, ohne sich ihrer Erkenntnisse zu rühmen.

    Wenn jemand von der gesunden Botschaft unseres Herrn Jesus Christus nichts wissen will und sich nicht an die Lehre hält, auf die sich unser Glaube gründet, sondern Dinge lehrt, die im Widerspruch dazu stehen, dann ist er von Hochmut verblendet und weiß in Wirklichkeit überhaupt nichts.
    1. Timotheus 6,3-4

      Dankbarkeit und Vertrauen

      Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern und deinem Namen lobsingen.
      Psalm 18,50

      Psalm 18 ist ein einziger Dank an Gott, der das Volk Israel wieder einmal vor der Macht seiner Feinde bewahrt hat. Wie so oft im Alten Testament waren feindliche Heere durch das Land gezogen und hatten versucht, es durch Zerstörung, Plünderung und Verschleppung zu entvölkern. Man kann diese Ereignisse als Strafgericht betrachten, das immer dann über Israel kam, als es sich von Gott entfernt hatte. Nie aber hat er zugelassen, dass sein Volk vernichtet wurde.

      David preist den HERRN für den Sieg über seine Feinde. Dieser Psalm ist ein Dokument seiner Dankbarkeit und seines Vertrauens in Gottes Schutz und Rettung. So wie sein Volk nie untergehen wird, auch wenn dies das erklärte Ziel seiner Feinde ist, so kann auch unser Glaube ein Bollwerk sein in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Wir dürfen sicher sein, dass am Ende alles gut wird.

      Wer dir treu ist, dem bist auch du treu. Wer sich ganz zu dir hält, dem bleibst du zugewandt.
      Psalm 18,26

      Folgt grenzenlose Toleranz aus dem göttlichen Liebesgebot?

      Du sollst den Fremden lieben wie dich selbst.
      3. Mose 19,34

        Vor einigen Tagen habe ich über die Nächstenliebe geschrieben, und zwar anhand der Verse aus Matthäus 22,37-39, in denen Jesus sagt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Schon hier sollte klar sein, dass man keinen Unterschied machen darf zwischen denen, die schon lange im Land leben und denen, die neu hinzugekommen sind. Die heutigen Worte Gottes an Mose können als Bekräftigung des Liebesgebots verstanden werden. Allerdings darf man bei der Lektüre der Bibel nie den Kontext außer Acht lassen. Der Satz steht inmitten vieler Weisungen Gottes zum sittlichen Verhalten, wie er es von allen Menschen fordert.

        Ihr jedoch sollt euch nach meinen Ordnungen und Bestimmungen richten. Das gilt auch für die Fremden, die unter euch wohnen.
        3. Mose 18,26

          Der Wille Gottes muss also auch von den Fremden akzeptiert werden, wie könnte es anders sein. Unsere Liebe zu ihnen kann nicht so weit gehen, dass wir ein Verhalten tolerieren, das Gott ein Gräuel ist. In unserem Land sind wir seit vielen Jahrhunderten mit der christlichen Kultur verbunden. Damit sie erhalten bleibt, muss sie von allen hier lebenden Mitmenschen respektiert werden. Mitgefühl und Vergebung ja, aber die von uns geforderte Liebe heißt nicht, dass wir jedes Fehlverhalten gutheißen oder tolerieren müssen.