Andacht Heute

Du bist frei in Christus

Nun seid ihr alle zu Kindern Gottes geworden, weil ihr durch den Glauben mit Jesus Christus verbunden seid.
Galater 3,26

Was Paulus in Galater 3 darlegt, ist eine revolutionäre Erkenntnis. Sie ist das Herzstück des Evangeliums: eine leidenschaftliche Einladung zur Freiheit durch den Glauben an Jesus Christus – jenseits von religiösem Leistungsdenken und Gesetzesgehorsam. Paulus macht deutlich, dass der Mensch nicht durch das Halten des Gesetzes vor Gott gerecht wird, sondern allein durch den Glauben. Wer versucht, durch das Gesetz gerecht zu werden, steht unter einem Fluch, denn es ist unmöglich, es vollkommen zu erfüllen. Christus hat diesen Fluch auf sich genommen, um uns zu befreien. Es geht also nicht darum, sich Gottes Liebe zu verdienen, sondern sie im Glauben zu empfangen.

Das ist die befreiende Botschaft: Du bist angenommen, geliebt und Teil von Gottes Familie – nicht wegen deiner Leistung, sondern aufgrund seiner Gnade. Wenn du also hart arbeitest und versuchst, alles richtig zu machen – an deinem Arbeitsplatz, in der Familie, vielleicht auch in der Gemeinde –, und du dich trotzdem nie „gut genug“ fühlst, dann denke mal darüber nach. Gott nimmt dich an, nicht weil du perfekt bist, sondern weil du ihm vertraust und an ihn glaubst. Das gilt auch, wenn du meinst, du wärest ein Außenseiter wegen deiner Herkunft, deines sozialen Status und deiner Vergangenheit. In Galater 3,28 heißt es:

Hier ist nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann noch Frau – ihr seid alle eins in Christus.

Wenn alles wankt – Gottes Liebe bleibt

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
Römer 8,38-39

Auch wenn wir große Sorgen haben – etwa wegen Krankheit oder der unsicheren Zukunft –, dürfen wir sicher sein: Nichts und niemand kann uns von Gottes Liebe trennen. Auch wenn alles unter unseren Füßen zu wanken beginnt, sind wir nicht allein.

Solche Verse helfen uns auch in guten Zeiten, dankbar zu sein. Erfolg, Gesundheit und Glück sind nicht der selbstverständliche Lohn für unser Tun. Gottes Liebe ist die Quelle von allem. Wenn wir erkennen, dass wir von Gott untrennbar geliebt werden, können wir auch Liebe an andere weitergeben. Dann betrachten wir Menschen nicht durch die Fehlerbrille, sondern können ihnen mit mehr Geduld, Vergebung und Hoffnung begegnen. Wir wissen, dass uns Gottes Liebe bleibt, auch wenn wir Fehler machen – und das tun wir ständig, wenn wir ehrlich sind.

Gebet: HERR, ich danke dir für deine Liebe, die stärker ist als alles, was ich fürchte. Lass mich heute in deiner Liebe leben – mutig, frei und voller Vertrauen.

Formen der Wahrheitsfindung

Wer vor Gericht die Wahrheit aussagt, fördert die Gerechtigkeit; ein falscher Zeuge unterstützt den Betrug.
Sprüche 12,17

Eine Zeugenaussage vor Gericht dient der juristischen Wahrheitsfindung im Rahmen eines Verfahrens. Davon ist in diesem Spruch die Rede. Zeugen sind gesetzlich verpflichtet, die Wahrheit zu sagen. Falschaussagen können strafrechtlich verfolgt werden. Richter bewerten die Glaubhaftigkeit der Aussagen. Sie prüfen z.B. deren Plausibilität.

Was ist der Unterschied von Zeugenaussagen zu Zeitungsmeldungen? Diese dienen in erster Linie der öffentlichen Information und zur Meinungsbildung der Leser. Journalisten unterliegen keiner strafrechtlichen Wahrheitspflicht, sondern ethischen Standards wie dem Pressekodex. Ihre Berichte basieren meist auf indirekten Informationen, also auf anderen Pressemitteilungen und anderen Medien. Welche Quellen dafür benutzt werden, ist oft entscheidend. Worüber und wie berichtet wird, ist meist von der politischen Haltung, der Zielgruppe der Leserschaft und wirtschaftlichen Interessen beeinflusst. Leider ist das heute sehr ausgeprägt, so dass Nachrichten aus den Medien oft eine Mischung aus Fakten, Interpretation und Kommentaren darstellen, leider oft weit entfernt von der Wahrheit. Wenn wir uns klar machen, dass in der Medienwelt keine rechtsverbindliche Notwendigkeit zur Wahrheitsfindung besteht, dann können wir solchen Informationen nicht in jedem Fall Glauben schenken. Wir sollten sie – wie ein Richter – auf Plausibilitiät und auf redaktionelle Einflussnahme prüfen, so weit uns dies möglich ist.

Demgegenüber stehen die Aussagen der Bibel, denen wir uneingeschränkt glauben dürfen. Die versierte Bibelkennerin Ilona Grimm sagt dazu: „Die 66 Bücher der Bibel wurden von 40 Autoren in unterschiedlichen Epochen in einem Zeitraum von rund 1600 Jahren aufgeschrieben. Viele hundert nachweislich erfüllte Prophezeiungen von Propheten aus unterschiedlichen Epochen belegen, dass die Bibel keine menschliche Erfindung sein kann. Der Urheber der Bibel ist Gott. Diesem Gott wird jeder von uns spätestens beim Jüngsten Gericht begegnen.“