Andacht Heute

„Ich vergebe ihm“

„Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.“
Lukas 6,37

Auf der Trauerfeier für ihren Mann sprach Erika Kirk diese Worte: „Diesem Mann, diesem jungen Mann, vergebe ich. Ich vergebe ihm, weil es das war, was Christus getan hat, und weil es das ist, was Charlie tun würde“. Die Antwort auf Hass sei nicht Hass. Die Antwort aus dem Evangelium sei immer Liebe. „Liebe zu unseren Feinden und Liebe zu denen, die uns verfolgen.“

Diese Worte der Vergebung stehen im krassen Gegensatz zu vielen Kommentaren in deutschen Medien nach dem Attentat, in denen große Verachtung für den Ermordeten zum Ausdruck kam. Obwohl Charlie Kirk immer das Gespräch mit Andersdenkenden gesucht hatte, wurde er als Ultrarechter bezeichnet, als „radikal-religiöser Verschwörungsanhänger“, als einer, der selbst schuld sei an seinem Tod. Seine Witwe ging auf diese Ungeheuerlichkeiten nicht ein, sondern verwies auf das Gebot der Liebe durch Jesus Christus. Damit stellte sich Erika Kirk bewusst gegen eine Kultur der Vergeltung und setzte ein Zeichen für Versöhnung. Ihre Rede war nicht nur Ausdruck persönlicher Größe, sondern auch ein öffentliches Zeugnis christlicher Hoffnung. Sie appellierte an das Volk Amerikas: „Beten Sie wieder. Lesen Sie die Bibel noch einmal. Gehen Sie nächsten Sonntag in die Kirche – und am Sonntag darauf. Und befreien Sie sich von den Versuchungen und Fesseln dieser Welt.“

Das Beispiel der Rut

Aber Rut entgegnete: »Dränge mich nicht, dich zu verlassen! Ich will mich nicht von dir trennen! Wohin du gehst, dahin will auch ich gehen. Wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Rut 1,16

Noomi war mit ihrem Mann Elimelech aus Juda ins Land der Moabiter gezogen. Ihre beiden Söhne heirateten dort. Zunächst starb Elimelech, später die beiden Söhne. Noomi beschloss, nach Bethlehem zurückzukehren, und drängte ihre beiden Schwiegertöchter, sie nicht zu begleiten, sondern bei ihrem Volk zu bleiben. Orpa folgte ihrem Rat, Rut aber blieb bei Noomi und sprach die obigen Worte. Sie zeigen, dass sie sich bewusst zum Gott Israels bekannt und ihren heidnischen Göttern den Rücken gekehrt hat. Auch das Drängen von Noomi, bei ihrem Volk zu bleiben, konnte sie nicht von diesem Entschluss abbringen. Damit ließ sie ihre Herkunft und ihre religiöse Identität hinter sich und zog einer ungewissen Zukunft entgegen. Dieser mutige Schritt der Rut ist der Beginn einer Linie des Segens mit weitreichenden Folgen. Rut wird später die Urgroßmutter Davids und ist somit Teil der messianischen Linie. David wird die Stämme Israels vereinen und damit ein Sinnbild für das kommende Reich Gottes sein, in dem Christus als König Frieden und Gerechtigkeit für alle Völker bringt.

In der Entscheidung der Rut für den Gott Israels sehen wir, wie sich scheinbar unwesentliche Handlungen, die ein Mensch trifft, auf die ganze Menschheit auswirken können. So können auch unsere Entscheidungen, beispielsweise wenn es um die richtige Verkündigung in einer Ortsgemeinde geht, Spuren hinterlassen, deren Auswirkungen wir in diesem Moment noch nicht überblicken können. Am Beispiel der Rut sehen wir, dass es nicht richtig ist, immer den bequemen Weg zu gehen, nur um nichts verändern zu müssen. Wir müssen das umsetzen, was im Heilsplan unseres Herrn vorgesehen ist.

Missverständnisse über den Heiligen Geist

Denn diejenigen, die von Gottes Geist gelenkt werden, sind Kinder Gottes.
Römer 8,14

Es gibt eine Reihe von Missverständnissen über diese Lenkung durch den Geist. Eines davon ist die Vorstellung, dass der Geist immer spektakulär führt, beispielsweise durch übernatürliche Zeichen wie starke Visionen. Dabei übersieht man im Alltag gerne seine unauffällige und schlichte Führung. Ein weiteres Missverständnis ist die Vorstellung: „Was ich innerlich spüre, ist automatisch der Geist.“ Nicht jeder starke Eindruck oder jedes gute Gefühl stammt vom Heiligen Geist. Wir müssen das, was in uns aufkommt, mit der Bibel prüfen. Der Geist steht niemals im Widerspruch zur Schrift. Es ist ebenfalls falsch, sich der geistigen Leitung so sicher zu sein, um sich für unfehlbar zu halten. Aber wir sind alle nur Menschen und bleiben fehlerbehaftet. Wir können uns vom Geist leiten lassen, müssen ihm gut zuhören, daraus lernen und gegebenenfalls unsere Entscheidungen korrigieren. Wir dürfen auch nicht glauben, dass man den Heiligen Geist für seine Zwecke benutzen kann. Er ist nicht unser Werkzeug. Er gebraucht uns – nicht umgekehrt. Wir folgen ihm, nicht er uns. Jesus sprach vom Heiligen Geist als von seinem Stellvertreter:

„Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“
Johannes 14,26