Andacht Heute

Misstraut den Geheimniskrämern!

Ich habe nicht im Verborgenen geredet, in einem dunklen Winkel der Erde; ich habe zu dem Samen Jakobs nicht gesagt: Sucht mich vergeblich! Ich, der HERR, rede, was recht ist, und verkündige, was richtig ist.
Jesaja 45,19

Ein Wort Gottes an die Nachkommen Jakobs, das zeigt, wie er ist. Es ist kein Gott, der im Verborgenen bleibt und sich nur wenigen Eingeweihten mitteilen will. Alle können an ihm teilhaben, denen er seine Gnade schenkt. Seine Sprache ist so, dass alle sie verstehen können. Was er sagt, ist wahr und gut für uns. Wir müssen nicht Theologie studiert haben oder von Lehrern mit besonderer Ausstrahlung eingewiesen werden, um zu verstehen, was Gott von uns will.

Das heißt aber auch: Glaubt nicht denen, die immer wieder sagen, wir müssten an uns arbeiten, um hinter die Geheimnisse Gottes zu kommen. Wenn sie sagen, dass jeder Christ erst nach verschiedenen Stufen die volle Wirkung des Geistes Gottes empfangen kann, dann seid besonders misstrauisch. Wenn wir aufmerksam sind, können wir jeden Tag neue Entdeckungen über die Allmacht Gottes machen. Das sind wunderbare Ergänzungen der in aller Klarheit offenbarten Wahrheit. Aber vergessen wir nicht, dass jeder den Heiligen Geist in dem Augenblick empfängt, in dem er wirklich Buße tut, sich bekehrt und an den Herrn Jesus Christus glaubt. Der Heilige Geist ist keine Kraft in verschiedenen Dosierungen, die man durch eigene Anstrengung steigern kann, sondern eine Person, die wir ein für allemal empfangen und die für immer in uns wohnt.

Habt ihr denn vergessen, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist? Der Geist, den Gott euch gegeben hat, wohnt in euch, und ihr gehört nicht mehr euch selbst.
1. Korinther 6,19

    Auf der Suche nach der gesunden Lehre

    Denn es kommt eine Zeit, da werden die Menschen der gesunden Lehre des Evangeliums kein Gehör mehr schenken. Stattdessen werden sie sich Lehrer aussuchen, die ihren eigenen Vorstellungen entsprechen und die ihnen das sagen, was sie hören möchten.
    2. Timotheus 4,3

    Paulus ermahnt seinen Schüler am Ende seines Lebens, an der rechten Lehre festzuhalten und warnt ihn vor Lehrern, die den Menschen nur das verkünden, was sie hören wollen. Diese Warnung ist heute wichtiger denn je. Wann gab es so viele neue christliche Gemeinschaften wie in den letzten Jahrzehnten? Es ist nicht leicht, als einfacher Christ den Überblick zu behalten. Noch schwieriger ist es, beurteilen zu wollen, ob in einer Gemeinde die „gesunde Lehre des Evangeliums“ verkündigt wird oder ob davon abgewichen wird.

    Ohne ein gründliches Studium der Bibel wird das nicht möglich sein.. Sie ist die Grundlage unseres Glaubens, und deshalb kann sich niemand dieser Mühe entziehen. Ergänzendes Lehrmaterial in Form von Bibelkommentaren in Büchern und im Internet kann herangezogen werden. Aber statt immer nur allein zu Hause zu studieren, hilft es, Gottesdienste in den verschiedenen Gemeinden zu besuchen und mit anderen Gläubigen ins Gespräch zu kommen. Das ist auf dem Land schwieriger als in der Stadt. Aber es lohnt sich, jedenfalls ist das meine Erfahrung, die ich aus meinen verschiedenen Gemeindebesuchen gewonnen habe. Jeder Schritt des Lernens und des Austausches kann eine wertvolle Bereicherung für den eigenen Glaubensweg sein.

    Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit.
    Kolosser 3,16

    Über das Richten

    Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
    Matthäus 7,1

    Diesen Vers aus der Bergpredigt kennen alle, auch jene, die sonst wenig Ahnung von der Bibel haben. Er wird leider häufig missverstanden. Jesus meint damit nicht, dass wir alles gelten lassen sollen, was an schlimmen Taten und falschen Lehren in der Welt ist. Aber bevor wir uns zum Richter über andere aufschwingen, müssen wir uns bewusst sein, dass wir alle nicht ohne Sünde und Verfehlungen sind. Als Christen stehen wir nicht so über den Dingen, wie es uns scheint, im Sinne von: „Wir sind ganz anders als die Ungläubigen“. Jesus warnt uns davor, dieser Neigung zur Heuchelei nachzugeben. Schließlich müssen wir uns alle einmal vor dem höchsten Gericht verantworten. Die Schuld des anderen ist immer leichter zu erkennen als die eigene. Die tägliche Gewissenserforschung scheint heute eine altmodische, fromme Übung zu sein. Schaden kann es sicher nicht. Gerade auch, wenn sie mit einem Gebet verbunden ist, dass Gott uns die Sünde in unserem Leben erkennen lässt.

    Hören wir darum auf, einander zu verurteilen! Statt den Bruder oder die Schwester zu richten, prüft euer eigenes Verhalten, und achtet darauf, alles zu vermeiden, was ihnen ein Hindernis in den Weg legen und sie zu Fall bringen könnte.
    Römer 14,13