Andacht Heute

Die Gültigkeit des Missionsbefehls

So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.
Matthäus 28,19-20

Jesus hat hier seinen Auftrag an die Jünger formuliert. Sie sollen ihr weiteres Leben der Mission aller Völker widmen. In diesem Tun ist ER bei ihnen. Es wäre also nicht im SEINEM Sinne, wenn sich die Apostel nur still freuen würden und selbstzufrieden wären. Jesus begleitet sie in ihrer Praxis. Hier findet sich eine Absage an alle Mystik, einer Form der Religiosität, bei der ein Mensch allein durch Versenkung und Askese eine Verbindung mit Gott sucht, der Mitmensch aber nicht beachtet wird. Der Missionsbefehl durch Jesus steht aber im Vordergrund. Er gilt allen Christen, die in SEINE Nachfolge treten und er gilt nach wie vor, auch wenn mittlerweile auch in kirchlichen Kreisen Kritik laut wird an der christlichen Praxis, Menschen missionieren zu wollen.

Ich habe ein Gerichtsurteil aus dem Jahre 2020 gefunden, bei dem Asylbewerbern ihr Schutzstatus wieder zuerkannt wurde, weil sie sich nachweislich zum Christentum bekehrt hätten. Das Gericht stellte fest, dass es sich bei den Klägern um echte Bekehrte handelte und sie sich nicht aus asyltaktischen Gründen dem Christentum zugewandt hätten. Dazu hieß es in der Begründung u. a.:
„Besonders zu erwähnen ist in dem Zusammenhang, dass die Kläger ihren Glauben nicht nur öffentlich und nach außen hin leben, sondern dass sie sich auch für ihren Glauben engagieren. Die Klägerin erklärte, dass sie schon andere Personen missioniert habe.“
Ich meine, es ist schon beachtenswert, wenn ein weltliches Gericht echtes, engagiertes Christsein mit der Bereitschaft zu missionarischen Handeln begründet.

Ein beeindruckender Zeuge

Paulus sagt: Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge.
Apostelgeschichte 26,22

Paulus richtete diese Worte zu seiner Verteidigung an den König Agrippa, der ihn gefangen hielt. Sie machten durchaus Eindruck auf ihn.

Wenn die christliche Botschaft mit solcher Überzeugung wie von Paulus vorgetragen wird, dann hat das eine große Kraft. Agrippa war hin- und hergerissen in seinem Urteil. Einerseits hielt er diesen Mann für einen verrückten Fanatiker. Andererseits war er beeindruckt von dessen Standhaftigkeit, weil er auch angesichts der Gefahr weiterer Gefangenschaft und sogar der Hinrichtung nicht davon abließ, seinen Glauben zu bezeugen.

Da sagte Agrippa zu Paulus: Es fehlt nicht viel, und du überredest mich, dass ich ein Christ werde!
Apostelgeschichte 26,28

Am Ende wurde der Apostel freigelassen, und er konnte zu seiner vierten Missionsreise nach Italien aufbrechen.

Wenn wir heute diesen Bericht lesen, dann wirkt das alles sehr überzeugend. Paulus hatte sein Damaskuserlebnis, er wandelte sich vom Christenverfolger zum Missionar. Wer die Apostelgeschichte liest, der muss beeindruckt sein, wie konsequent Paulus seinen Dienst verrichtet hat. Bei ihm ist keine Spur von Zweifel und Zaudern erkennbar. Wer so auftritt, kann auch Menschen zum Nachdenken bringen, die dem Glauben skeptisch gegenüberstehen. Dennoch war sich Paulus dessen tief bewusst, dass er die Kraft für seinen Dienst ganz allein von Gott erhalten hatte.

Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft.
1. Korinther 2,4-5

Verzichten können

Prüft in allem, was ihr tut, ob es Gott gefällt.
Epheser 5,10

Im täglichen Leben sind wir es gewohnt, alles was uns angeboten wird zu prüfen. Wenn wir etwas kaufen wollen, haben wir heute durch das Internet die Möglichkeit, die Qualität eines Produkts durch Kundenmeinungen bestätigt zu finden. Bei amazon gibt es die Sternebewertung, die man dazu heranziehen kann. Im Vers geht es um die Prüfung unseres Tuns. Da könnten wir auch Freunde und Bekannte fragen, wie sie es beurteilen würden, wenn wir uns für eine bestimmte Handlung entscheiden, z. B. den Wechsel einer Arbeitsstelle. Es müssen aber nicht nur größere Weichenstellungen im Leben sein, wir stehen ständig vor ganz alltäglichen Entscheidungen: Sollen wir heute einen Ausflug mit Freunden oder mit der Familie machen, sollen wir ins Bierzelt gehen, sollen wir uns einen Krimi ansehen und vieles mehr.

Der heutige Vers gibt uns den guten Rat, Gott zu fragen, was ER von unserem Tun halten würde. Nicht alles, was andere Menschen gut finden, gefällt Gott. Es ist nicht so, dass wir uns hier auf Erden nichts gönnen dürften. Wir müssen uns beileibe nicht alle Genüsse abgewöhnen, wenn wir ein christliches Leben führen wollen. Prüfen wir aber, was uns da alles angeboten wird, und lernen wir zu verzichten. Oft werden wir im Nachhinein froh sein, wenn wir auch mal Nein sagen konnten. Wenn wir bei unseren Entscheidungen an Gott denken, und IHM gefallen wollen, fällt uns das zunehmend leichter.