Andacht Heute

Starrsinn und Sturheit

Ihr irrtet umher wie Schafe, doch jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten, zum Beschützer eurer Seelen.
1. Petrus 2,25

    Sie haben nicht einmal zugehört, sondern machten eigensinnig, was sie wollten.
    Jeremia 11,8

    Als Beratungsresistenz bezeichnet man ein uneinsichtiges Verhalten, bei dem Menschen jede Form von Beratung oder Korrektur des eigenen Handelns ablehnen. Sie sind meist wenig offen für andere Sichtweisen und halten gerne an einmal gefassten Überzeugungen und Weltbildern fest, die sie nicht weiter hinterfragen. Sie bewältigen ihr Leben, indem sie auf ihre immer gleichen Abläufe beharren. Sie ignorieren Ratschläge und finden immer Gründe, warum sie bei ihnen nicht fruchten können und deshalb für sie nicht relevant sind. Veränderungen und neuen Perspektiven stehen sie sehr ablehnend gegenüber.

    Wenn man mit Menschen spricht, die sich in einer Lebenskrise befinden, ist es schwierig, ihnen Ratschläge zu geben, wenn sie diese Beratungsresistenz zeigen. Man sieht sie herumirren wie Schafe, sie lassen sich aber nicht davon überzeugen, dass sie einen Hirten brauchen. Trotz ihrer Verzweiflung wollen sie stur so weitermachen wie bisher und hören nicht auf den Rat, an unseren starken Gott zu glauben. Wenn unsere Worte nicht fruchten, bleibt uns nur das Gebet für diese Menschen.

    Die Warnungen des Paulus

    So werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat!
    Hebräer 10,35

    Wenn ihr versucht, mit Hilfe des Gesetzes vor Gott gerecht dazustehen, habt ihr euch aus der Verbindung mit Christus gelöst, und euer Leben steht nicht mehr unter der Gnade.
    Galater 5,4

    Paulus warnt mehrfach vor einem Rückfall in den Alten Bund. Das wäre dann der Fall, wenn ein Christ versucht, durch eigene Leistung und das Halten von Gesetzen vor Gott gerecht zu werden, anstatt auf die Gnade und das Opfer Jesu zu vertrauen. In manchen christlichen Gemeinschaften wird auch heute noch großer Wert auf die strenge Einhaltung der Vorschriften des Alten Bundes gelegt. Dies kann zu einem Gefühl der Last und des Versagens führen, da niemand in der Lage ist, alle Gesetze vollkommen zu erfüllen. Es ist wichtig zu verstehen, dass der Neue Bund die Erfüllung des Alten Bundes ist und dass Christen durch den Glauben an Jesus Christus von der Last des Gesetzes befreit sind. Die Gnade und Vergebung, die Jesus Christus schenkt, stehen im Mittelpunkt des christlichen Glaubens.

    Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.
    Epheser 2,8-9

    Mitgefühl für den anderen

    Dieser Hohe Priester hat Mitgefühl mit unseren Schwächen, weil ihm die gleichen Versuchungen begegnet sind wie uns – aber er blieb ohne Sünde.
    Hebräer 4,15

    Jesus Christus war Gott und Mensch zugleich. Er war in seinem irdischen Leben den gleichen Versuchungen ausgesetzt wie wir. Im Gegensatz zu uns ist er kein einziges Mal schwach geworden und der Sünde erlegen. Sünde ist Trennung von Gott. Keine seiner Taten hat ihn von seinem Vater getrennt. Die diesjährige Jahreslosung der evangelischen Kirche lautet: „Prüft alles und behaltet das Gute“. Es ist zu hoffen, dass sie von den Kanzeln nicht im politischen Sinne als Aufforderung missbraucht wird, sich für die Richtigen an der Wahlurne zu entscheiden. Es geht bei der Empfehlung des Paulus zweifellos allein um das Prüfen im geistlichen Sinn. Es geht darum, die Sünde in unserer Lebenspraxis zu erkennen. Das ist nur möglich, wenn wir alles sorgfältig daraufhin prüfen, ob es dem Willen Gottes entspricht oder nicht. Keinesfalls geht es darum, dass wir uns überheblich zu Moralaposteln aufschwingen und uns über andere erheben, nur weil wir nicht deren Schwächen haben. Wir trennen vielleicht im Gegensatz zu anderen den Müll, wir halten uns beim Autofahren an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, wir vermeiden es, unsere Nachbarn mit Lärm zu belästigen, das mag sein. Aber wir haben auch andere Schwächen, die uns oft gar nicht bewusst sind. Auf jeden Fall tut uns allen Demut gut und Mitgefühl für den anderen.

    Weil Gott euch nun auserwählt hat, zu seinen Heiligen und Geliebten zu gehören, bekleidet euch mit barmherziger Zuneigung, mit Güte, Demut, Milde und Geduld! Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie der Herr euch vergeben hat, müsst auch ihr vergeben!
    Kolosser 3,12-13