Andacht Heute

Eine lange Wanderung durch die Wüste

Erinnert euch an den ganzen Weg, den der HERR, euer Gott, euch vierzig Jahre lang durch die Wüste führte. Er tat dies, damit ihr Demut lernt. Er wollte euch auf die Probe stellen, um zu erkennen, wie es in euren Herzen aussieht: ob ihr nach seinen Geboten lebt oder nicht. Er lehrte euch Demut, indem er euch hungern ließ. Dann gab er euch das Manna zu essen, das weder ihr kanntet noch eure Vorfahren. Er wollte euch damit zeigen: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund des HERRN kommt.
5. Mose 8,2-3

Nicht wenige Bibelleser haben sich wohl gefragt, ob es sein kann, dass ein Volk so lange Zeit, ganze 40 Jahre, durch die Wüste irrt, um ins Gelobte Land zu gelangen. Obwohl es keine eindeutigen wissenschaftliche Beweise für diese Wanderung gibt, glauben Christen und Juden an dieses Ereignis und auch an seine Dauer, weil das von großer Bedeutung ist. Welchen Sinn macht es, diese wunderbare Geschichte in Zweifel zu ziehen und sich ihrem wertvollen Inhalt zu verschließen?

Wer meint, die Wanderung hätte in viel kürzerer Zeit zurückgelegt werden können, sollte sich einmal fragen, warum viele Menschen 40 und mehr Jahre ihres Lebens gebraucht haben, um zu einem festen Glauben an Gott zu kommen. Wie viel Zeit geht in manchem Leben verloren, wie viele Irrwege werden beschritten, bis es endlich soweit ist? Im Rückblick könnte man sagen: Warum hast du so lange gezaudert, gezweifelt, dich ablenken lassen? Und sehen wir nicht viele Menschen in unserer Umgebung, die herumirren und einfach nicht zum Ziel kommen? Dabei wäre es so einfach. Gott gibt uns durch sein Wort gute und feste Speise. Das gelobte Land liegt vor unseren Füßen.

Was ist Liebe?

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken“.
Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“.

Matthäus 22,37-39

„Ich liebe doch alle, alle Menschen!“ Mit diesem überraschenden Bekenntnis erntete der berüchtigte Staatsminister Erich Mielke 1989 vor der Volkskammer der DDR schallendes Gelächter. Was Liebe ist, darüber gehen die Meinungen offenbar weit auseinander. Es gibt viele Arten von Liebe, wenn man von ihrem Gegenstand ausgeht: die romantische Liebe, die familiäre Liebe, die freundschaftliche Liebe, oder wie Jesus sie auf die Frage der Pharisäer hin auf den Punkt gebracht hat: Die Liebe zu Gott, zu sich selbst und zum Nächsten.

Wie aber zeigt sich diese Liebe? Sie kann sich auf vielfältige Weise ausdrücken: Man kann seine Zuneigung durch Umarmungen und Küsse bekunden. Dass dies nicht immer ehrlich gemeint sein muss, zeigten in der Vergangenheit die Bruderküsse zwischen den kommunistischen Machthabern. Mit Worten kann man dem anderen seine Liebe bekunden, mit Komplimenten und Aufmunterungen lassen sich Gefühle der Zuneigung vermitteln. Die Frage ist nur, ob das immer ehrlich gemeint ist oder ob nur egoistische Absichten dahinter stecken. Mit Geschenken und kleinen Aufmerksamkeiten will man seine Wertschätzung ausdrücken. Nicht selten geschieht dies aus Gewohnheit und Pflichtgefühl. Ein starkes Zeichen der Liebe ist es, den anderen in seiner Not zu unterstützen. Sei es materiell oder durch Zeit, die man mit ihm verbringt, um ihm zu helfen. Liebe zeigt sich auch in vielen kleinen und großen Gesten. Liebe kann auch einfach nur aufmerksames Zuhören sein, um zu erfahren, was den anderen in seinem Innersten bewegt. Auch im Verzicht auf den eigenen Vorteil zeigt sich Nächstenliebe. Es lohnt sich, weiter darüber nachzudenken, wie wir die Liebe in unserem Leben verwirklichen können. Aber denken wir dabei immer an die Worte Jesu und vergessen wir nicht, dass wir Gott mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele lieben sollen.

Gott ist die Liebe (Lied)

Ein Bericht über einen Auftritt Jesu

Sie kamen nach Kafarnaum. Gleich am darauf folgenden Sabbat ging Jesus in die Synagoge und sprach dort zu den Menschen. Sie waren von seiner Lehre tief beeindruckt, denn er lehrte sie nicht wie die Schriftgelehrten, sondern mit Vollmacht.
Markus 1,21-22

Was Jesus in der Synagoge lehrte, davon erfahren wir in der Erzählung des Markus nichts. Ihm scheint es vor allem um die Reaktion der damaligen Zuhörer gegangen zu sein. Diese waren von den Rabbinern gewohnt, dass sie Lehrmeinungen von Schriftgelehrten verwendeten und diese dem Volk vermitteln wollten. Diese Methode erinnert mich an die Art und Weise, wie heute in den Nachrichtensendungen berichtet wird. Um den Wahrheitsgehalt zu untermauern, wird meist ein Experte, oft ein Politologe, hinzugezogen, der seine Meinung dazu kundtut. Offenbar traut man den Menschen nicht mehr zu, sich ohne Hilfe von vermeintlich kompetenter Seite eine eigene Meinung zu bilden. Wenn über Glaubensthemen berichtet wird, wenn z.B. ein Mensch von seinen Glaubenserfahrungen erzählt, dann darf das in aller Regel auch nicht so stehen bleiben und muss in die bestehende Ordnung eingeordnet werden.

Ich stelle mir vor, wie unsere Medien darüber berichten würden, wenn Jesus plötzlich vor einer Menschenmenge gelehrt hätte, die zutiefst beeindruckt war von der Vollmacht, mit der er dies tat. Da sprach einer, der nicht sogenannte Experten wie Schriftgelehrte und Theologen zitierte, sondern wie Gott selbst. Seine Autorität hatte er allein durch die Wunder, die er wirkte, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wie würde ein heutiger Journalist über ein solches Ereignis berichten? Ich denke, er wäre völlig überfordert und seine gewohnten Techniken des Einordnens und Vermittlens wären für diesen Bericht völlig unbrauchbar. Ich stelle mir vor, wie er nach den Worten Jesu auf die Knie fällt und mit den anderen Anwesenden in ein Gebet einstimmt.