Andacht Heute

Versöhnung

Wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben.
Römer 5,11

Jesus Christus hat unsere Sünden getilgt und uns die Versöhnung geschenkt durch seinen Tod am Kreuz. Damit hat er die Entfremdung beendet, die zur ewigen Verdammnis führen würde. Sie muss aber von jedem einzelnen angenommen werden, durch Buße und Glauben an Jesus. Jeder Versöhnung zwischen Menschen liegt eine Ahnung davon zugrunde, was Christus uns ermöglicht hat. Gott reicht uns die Hand zur Vergebung unserer Schuld, was für ein Zeichen seiner Gnade. Wir sollten uns dessen immer bewusst sein und so oft es möglich ist, uns mit anderen Menschen versöhnen.

Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Epheser 4,32

Gegenseitig Mut machen

Deshalb ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut.
1. Thesalonicher 5,11

Die verschiedenen Übersetzungen miteinander zu vergleichen, ist ein lohnendes Bemühen, der ursprünglichen Bedeutung des Bibeltextes nahezukommen. Ich kann allerdings verstehen, wenn mancher Leser der Andachten dies für sich nicht so wichtig findet. Dennoch wage ich dann und wann einen Ausflug in die Auslegung von Bibeltexten und deren Übersetzungen.

Das griechische parakaleo ist zusammengesetzt aus para (neben) und kaleo (rufen). Es kann sehr neutral übersetzt werden: Ruft einander zur Seite und erbaut euch gegenseitig. Es wird im Text nicht konkretisiert, wie dieses „gegenseitig Mut machen“ auszusehen hat. Ermahnen wie in der obigen Übersetzung der Elberfelder Bibel ist meines Erachtens eine ziemlich gewagte Einschränkung der ursprünglichen Wortbedeutung. Dieses „zusammenkommen“ könnte auch ergänzt werden mit „trösten, ersuchen, um Hilfe bitten“. Wird es im Sinne von „ermahnen“ verwendet, dann wird damit zu sehr impliziert, dass ein Geschwister im Glauben sich falsch verhalten hat und nun zurechtgewiesen wird. Die nachfolgende Konkretisierung mit „erbauen, stärken und aufrichten“ würde dem widersprechen.

Natürlich bedeutet „ermahnen“ im Deutschen nicht unbedingt einzig „jemanden bestimmt auf ein erwünschtes Verhalten hinweisen, jemanden zur Ordnung rufen, jemanden ins Gewissen reden“. Es kann auch verstanden werden als „jemanden zu drängen, etwas Bestimmtes, vielleicht bisher Versäumtes zu tun, etwas Bestimmtes nicht zu vernachlässigen“. Diese zweite Bedeutung kommt bei Paulus an vielen Stellen vor und ist dann durch den Zusammenhang nicht anders zu verstehen. In unserem Vers oben, ist dies nicht erkennbar. Deshalb halte ich die Version der Neuen evangelistischen Übersetzung für zutreffender:

Macht euch also gegenseitig Mut und richtet einander auf wie ihr es auch schon tut.

Forderungen zur unbegrenzten Hilfeleistung

Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.
Matthäus 25,35

Die Worte Jesu werden nicht selten dafür verwendet, eine sittliche Forderung aufzustellen, die insbesondere Christen verpflichten soll, ohne Wenn und Aber Fremde aufzunehmen. Die Möglichkeiten zur Hilfe stoßen aber auf Grenzen. Das erleben Familien, die in ihrer Wohnung vielleicht einen Hilfesuchenden aufnehmen können, aber nicht ganze Gruppen. Auch unserem Staat sind Grenzen gesetzt. Die Regierenden müssen darauf achten, dass diese berücksichtigt werden, damit nicht das ganze Gefüge gefährdet wird, der Staat seine Mitbürger nicht mehr schützen und auch dem Fremden keine Hilfe mehr leisten kann. Diese Forderungen nach unumschränkter Hilfe aufgrund von einzelnen Vorgaben aus der Bibel kommen nicht selten aus nichtchristlichen Kreisen, denen der übrige Inhalt der Schrift entweder unbekannt oder egal ist.

Die Bereitschaft, Gutes zu tun, sollte jeden Christen bewegen, sonst hat er die Aufforderung zur Nächstenliebe nicht verstanden. Darunter wird häufig allein die materielle Hilfe verstanden. Noch viel wichtiger ist es aber, Menschen zum Glauben zu führen, damit sie eine Zukunft in der Ewigkeit haben.

Solange wir also noch Zeit haben, wollen wir allen Menschen Gutes tun, besonders denen, die mit uns durch den Glauben verbunden sind.
Galater 6,10