Andacht Heute

Prüfe, was wirklich von Gott kommt

Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes, die ich euch gebiete.
5. Mose 4,2

In der Bibel gibt es Gebote und Verbote, die uns als Richtschnur für unser Leben und Verhalten dienen. Neben den gesellschaftlichen Werten und Regeln, die als Moral bezeichnet werden, geht es dabei auch um religiöse Praktiken. Sie finden sich im Alten Testament als Zehn Gebote und im Neuen Testament als Hauptgebote im Doppelgebot der Liebe. Auch in der Bergpredigt (Matthäus 5-7) gibt Jesus eine Reihe von Lehren und Anweisungen, darunter das Gebot der Feindesliebe. Nicht zuletzt finden sich in den Paulusbriefen eine ganze Reihe spezifischer Anweisungen für das christliche Leben. Sie behandeln Themen wie Sexualmoral, zwischenmenschliches Verhalten und den Umgang mit Konflikten als Antwort auf die damaligen Verhältnisse in den Gemeinden.

Jeder Christ hat es also mit einer Fülle von biblischen Anweisungen zu tun, nach denen er sein Leben ausrichten soll. Es gibt auch heute noch, was die Paulusbriefe betrifft, sehr strenge Interpreten seiner Stellungnahmen. Ich denke zum Beispiel an das Schweigegebot für Frauen in manchen Gemeinden. Und es hat auch christliche Führer gegeben, die strikte Regeln eingeführt haben, wie zum Beispiel Speiseverbote und den völligen Verzicht auf Alkohol. Ich glaube nicht, dass diese zusätzlichen Gebote und Verbote das Zusammenleben der Christen in liebevoller Gemeinschaft gefördert haben. Im Gegenteil, sie haben zu Überheblichkeit und zur Ausgrenzung von Glaubensgeschwistern geführt. Wir sollen nach dem Willen Gottes leben. Dazu gehört auch, dass wir alles, was uns in den Gemeinden auferlegt wird, auf den Prüfstand stellen und nicht an überkommenen Gewohnheiten festhalten, die nur von Menschen gemacht sind.

Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz.
Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen.

Psalm 19,9

Zweifel und Glaube

Weil unser Gott voller Barmherzigkeit ist, kommt das Licht des Himmels zu uns. Es wird denen leuchten, die im Finstern sitzen und in Furcht vor dem Tod, und uns wird es leiten, den Weg des Friedens zu gehen.
Lukas 1,78-79

Diese Worte stammen von Zacharias, dem Vater Johannes des Täufers. Er war Priester in Jerusalem. Der Erzengel Gabriel erschien ihm und verkündete ihm, dass seine Frau Elisabeth einen Sohn gebären werde, der Johannes heißen sollte. Zacharias zweifelte an dieser Botschaft, denn seine Frau war alt und unfruchtbar. Er verstummte daraufhin, bis sich eines Tages die Prophezeiung erfüllte und sein Sohn geboren wurde. Da brach das Lob Gottes aus Zacharias heraus (Lukas 1,67-80).

Dieses Lied wird auch Benedictus genannt, weil es mit dem lateinischen Wort „Benedictus“ beginnt, was „gesegnet“ bedeutet. Es ist sowohl im katholischen als auch im evangelischen Gesangbuch zu finden. Der Lobgesang beginnt mit den Worten: „Benedictus Dominus Deus Israel“ („Gesegnet sei der Herr, der Gott Israels“). In diesem Lied preist Zacharias Gott für die Erfüllung seiner Verheißungen und prophezeit die Rolle seines Sohnes Johannes als Vorläufer des Messias.

Die Geschichte des Zacharias ist ein Beispiel für Zweifel und Glauben. Sie zeigt, wie Gott seine Verheißungen erfüllt, auch wenn sie unmöglich erscheinen.

Der Friede Gottes

Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!
Philipper 4,7

Das griechische Wort nous bezeichnet im Deutschen unseren Verstand als dem Organ des Bewusstseins und des Verstehens dessen, was vorliegt. Er versucht, die vorhandene Situation und die Bedeutung auftauchender Worte zu erkennen und zu beurteilen, bevor das Handeln einsetzt. Im täglichen Leben ist kritisches Denken gefragt. Informationen werden hinterfragt und nicht alles ungeprüft übernommen. Der Verstand hilft uns bei der Lösung von Problemen. Mit seiner Hilfe können wir Informationen bewerten und fundierte Entscheidungen treffen. Selbstreflexion ermöglicht es uns, über unser eigenes Denken und Handeln nachzudenken und daraus zu lernen.

Wenn wir die Verwendung dieses Begriffs in der Bibel untersuchen, stellen wir fest, dass es den oben beschriebenen natürlichen Verstand gibt, der uns im Alltag hilft, der aber nicht nicht von vornherein auf Gott ausgerichtet ist und deshalb das Wahre und Richtige nicht erkennen kann. Und es gibt den durch den Heiligen Geist erneuerten Verstand. Wir sprechen auch von einem erneuerten Geist. In unserem Vers wird deutlich, dass hier diese zweite Bedeutung angenommen wird. Auch ein vom Heiligen Geist erfüllter Gläubiger stößt mit seinem erneuerten Geist an seine Grenzen, wenn es um den Frieden Gottes geht. Dieser wird definiert als ein Zustand der Versöhnung, der aus Gnade und Barmherzigkeit erwächst und durch ein tiefes Gefühl der Geborgenheit und des Vertrauens gekennzeichnet ist, das aus dem Glauben und der Nähe Gottes entsteht. Der Friede Gottes geht in seiner Tiefe und Beständigkeit weit über das hinaus, was wir mit unserem begrenzten menschlichen Verstand begreifen können.

Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

4. Mose 6,24-26