Andacht Heute

Die Souveränität Gottes

Gott allein kennt den Weg zur Weisheit; er nur weiß, wo sie zu finden ist. Denn er blickt über die ganze Welt, er durchschaut Himmel und Erde.
Hiob 28,23-24

Das Buch Hiob ist eine große Fundgrube für den, der sich Gottes Ratschlüsse nicht erklären kann. Es gibt die Antwort auf die Frage der Skeptiker, weshalb Gott das Leid auf der Welt zulässt. Am Beispiel Hiob erkennen wir, dass sich nicht schon im Diesseits die ewige Gerechtigkeit in ihrer ganzen Dimension zeigt. Der Leser erhält eine Ahnung vom Unterschied zwischen menschlicher Klugheit und der Weisheit Gottes. Im Angesicht des HERRN zerfällt vieles, was sich Menschen über den Allmächtigen ersonnen haben. Die Freunde geben Hiob gute Ratschläge für sein Leid, zeigen damit aber nur ihr Unvermögen und ihre Teilnahmslosigkeit. Erst in der Zwiesprache mit Gott wird ihm dessen unumschränkte Souveränität begreifbar, der wir uns alle zu beugen haben.

Und zum Menschen sprach er: Weise ist, wer Ehrfurcht vor mir hat, und Einsicht besitzt, wer sich vom Bösen abkehrt.
Hiob 28,28

Früchte des Glaubens

Wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.
Jakobus 2,26

Dass man sich mit Werken nicht selbst rechtfertigen kann, dürfte anhand der Stellen aus den Paulusbriefen jedem klar sein. Obiger Vers von Jakobus scheint auf den ersten Blick dem zu widersprechen. Die Reformation kam zur Erkenntnis „Allein durch den Glauben“ und nicht durch Werketum. Aber was wäre ein Glaube, der sich der Nächstenliebe ganz verschließen würde und ohne Früchte bliebe? Er wäre tot. Man kann auch sagen, dass er in sich ein Widerspruch ist. Wenn es ein lebendiger Glaube ist, dann werden wir in unserer Haltung nach und nach zum Guten geändert. Egoismus und Gewinnstreben treten zurück. Es zählt das Ziel, durch die Nähe zu Gott, am Himmelreichbau mitzuwirken.

So soll euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Matthäus 5,16

Unsere großen Worte

Wer sich aber nach seinem Wort richtet, bei dem ist die Liebe Gottes zum Ziel gekommen. Und genau daran erkennen wir, dass wir mit Christus verbunden sind. Wer also behauptet, mit Christus verbunden zu sein, soll auch so leben, wie Christus gelebt hat.
1. Johannes 2,5-6

In den meisten Übersetzungen heißt es hier: „Wer sein Wort hält“. Wir verstehen dies in der Bedeutung „zu seiner Zusage stehen“, also im Sinne von „einhalten, was man versprochen hat“. Wenn man den Absatz im Johannesbrief liest, neigt man eher zu der von mir ausgewählten Formulierung der Neuen evangelistische Übersetzung. Was zählen schon unsere Worte, die wir oft schneller brechen als es uns lieb ist. Schon Petrus ging es so. Als glühender Nachfolger von Jesus verleugnete er IHN gleich dreimal, sobald es ernst wurde.

Unsere Worte sind oft nur Schall und Rauch. Da ist es besser, wenn wir uns nach dem Wort aus der Bibel richten, so gut es uns möglich ist. Die Verbundenheit mit Jesus hilft uns, richtig zu handeln in schwierigen Situationen. Wir müssen uns der Schwachheit bewusst sein und lieber nicht so groß tönen. Ohne Gott sind wir nichts, auch wenn wir schöne Worte finden. Jesus lässt uns stark werden, wenn wir seine Nähe suchen.

Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne.
2. Korinther 12,9