Andacht Heute

Die christlichen Werte

Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.
Philipper 2,3

Es ist sicher nicht anmaßend zu sagen, dass christliche Werte unsere Gesellschaft positiv geprägt haben. Demut, wie sie im Christentum gelehrt wird, betont Bescheidenheit, Selbstverleugnung und Unterordnung unter Gott. Diese Haltung wurde im antiken, heidnischen Griechenland als Schwäche oder Mangel an Selbstachtung angesehen. In einer Gesellschaft, die auf Wettbewerb und persönlichem Ruhm beruhte, schien die christliche Demut mit den vorherrschenden kulturellen Normen und Werten unvereinbar. Auch in unserer Zeit ist Egoismus eine weit verbreitete Haltung. Ein egoistischer Mensch handelt oft so, dass er selbst den größten Nutzen oder Vorteil daraus zieht, ohne Rücksicht auf die Auswirkungen seines Handelns auf andere.

Wer sich die Worte des Paulus zu Herzen nimmt, stellt die Bedürfnisse und das Wohl anderer über die eigenen Interessen. Dies kann sich in der Bereitschaft zeigen, großzügig mit Zeit, Geld und Ressourcen umzugehen, um anderen zu helfen. Freiwillige, unbezahlte Arbeit kann das Leben anderer verbessern. Die Liebe zum Nächsten sollte auch darin bestehen, anderen Menschen christliche Werte zu vermitteln, damit sie erkennen, was Jesus Christus für sie getan hat, und dann bereit sind, sich zu bekehren.

Jeder soll auch auf das Wohl der anderen bedacht sein, nicht nur auf das eigene Wohl. Das ist die Haltung, die euren Umgang miteinander bestimmen soll; es ist die Haltung, die Jesus Christus uns vorgelebt hat.
Philipper 2,4-5

Ein brillanter Denker

Denn sein unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken, sodass sie keine Entschuldigung haben.
Römer 1,20

Heute ist er wohl eher unbekannt, aber im 18. Jahrhundert war er ein sehr angesehener Denker. Goethe nannte ihn einen der hellsten Köpfe seiner Zeit. Die Rede ist vom Schriftsteller und Philosophen Johann Georg Hamann (1730 – 1788). Auf einer Reise hatte er ein Erweckungserlebnis, das ihn entscheidend prägte. Es geschah durch die Lektüre der Bibel, die er als persönliche Anrede Gottes erlebte. Freunde wie Immanuel Kant, denen die Veränderung seines Wesens nicht verborgen geblieben war, waren besorgt und versuchten, ihn aus dieser religiösen Schwärmerei, wie sie es nannten, auf den Boden der vernunftgeprägten Philosophie zurückzuholen.

Hamann hatte sich mit seinen Erkenntnissen keineswegs völlig von der damals vorherrschenden Aufklärung abgewandt, aber er war ihr scharfer Kritiker. Er wandte sich gegen die Verherrlichung der menschlichen Vernunft als Maß aller Dinge. Man dürfe nie vergessen, dass Gott unser Schöpfer ist und seine Vernunft in allen seinen Werken zum Ausdruck kommt: „Jede Erscheinung der Natur ist ein Wort – Zeichen, Sinnbild und Unterpfand einer neuen, geheimen, unaussprechlichen, aber umso innigeren Vereinigung, Mittheilung und Gemeinschaft göttlicher Energien und Ideen. Alles, was der Mensch am Anfang hörte, […] war lebendiges Wort; denn Gott war das Wort“.

Unsere Freiheit in Christus

So lasst euch von niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate, die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat.
Kolosser 2,16-17

Vor diesem Vers wird auf den glorreichen Sieg Jesu am Kreuz hingewiesen. Deshalb ist es nicht richtig, wenn die Gesetzeslehrer mit dem Finger auf die Gläubigen zeigen und sie auf die Vorschriften des Alten Bundes verweisen. Diese hatten ihre Berechtigung für die Zeit vor Jesus. Aber es waren nur die „Schatten der Dinge“, die auf IHN hinwiesen und die jetzt nicht mehr beachtet werden müssen. Wenn Jesus Christus gekommen ist, brauchen wir diese Schatten nicht mehr. In einem Leben, das sich auf Jesus und das, was er am Kreuz getan hat, konzentriert, gibt es keinen Platz für Gesetzlichkeiten. Von da an steht es den Christen frei, wie sie sich ernähren und wie sie den Tag des Herrn feiern. Aber ein gläubiger Christ wird den Ruhetag halten, weil er für den Menschen geschaffen ist. Er weiß, dass er sich damit nicht selbst rechtfertigen kann. Aber die bewusste Zeit mit Gott, abseits vom Alltag, ist wichtig für sein Glaubensleben.

Denn wer an Gottes Ruhe Anteil bekommt, darf von all seiner Arbeit ausruhen, genauso wie Gott ruhte, als er alles erschaffen hatte.
Hebräer 4,10