Andacht Heute

Neuer Mut zum Leben

Der HERR ist mein Licht und mein Heil – vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist für mein Leben wie eine schützende Burg, vor wem sollte ich erschrecken?
Psalm 27,1

Viele von uns tragen Sorgen im Herzen: um unser Land, um das, was für uns einst selbstverständlich war – Zusammenhalt, Verlässlichkeit und Glaube. Ich tue mich schwer damit, den Politikern abzunehmen, dass sie fest entschlossen sind, die Dinge zum Guten zu wenden. Viel zu viel wurde zugelassen in unserem Land. Wir sehen jetzt die Folgen. Wie wohltuend ist da ein Psalm wie dieser! David hat ihn verfasst, als er sich in schwerer Bedrängnis befand. Er wurde verleumdet und von Feinden bedroht. Trotz aller Verfolgung richtete er seinen Blick nach oben zu Gott. Die Nähe des HERRN schenkte ihm Licht und Geborgenheit.

Schöpfen wir doch selbst neuen Mut aus den Worten dieses Bedrängten! Mut ist ansteckend. Aus dem Mut Einzelner kann eine von Gott getragene neue Bewegung entstehen. Stärken wir uns deshalb gegenseitig – in Gesprächen, im Gebet und im gemeinsamen Tun. Loben und danken wir den Herrn. Seien wir uns sicher, dass der Heilige Geist uns dabei unterstützt. Er schenkt uns neue Kraft, wo wir schwach sind. Wenn es nötig ist, gibt er unseren Gedanken neue Impulse, die uns aus der Niedergeschlagenheit herausführen. Als Gläubige können wir täglich um diese Unterstützung bitten. Wir dürfen sicher sein: Sie wird uns geschenkt werden. Der Heilige Geist ist ein Tröster und ein Beistand in aller Not. Er lenkt unsere Gedanken, öffnet Türen und warnt uns vor Irrwegen. Gerade in schwierigen Zeiten schenkt er uns die Fähigkeit, nicht aufzugeben.

Hoffe auf den HERRN, sei stark, und dein Herz fasse Mut – ja, hoffe auf den HERRN! 
Psalm 27,14

Gottes Wille hören und befolgen

Ganz gleich ob uns seine Antwort gefällt oder nicht, wir wollen auf den HERRN, unseren Gott, hören, zu dem du in unserem Auftrag betest. Wir wollen tun, was er sagt, denn dann geht es uns gut!
Jeremia 42,6

Aus Angst vor den Babyloniern wollten führende Judäer mit ihrem Volk nach Ägypten fliehen. In Panik und Unsicherheit zogen sie mit Frauen, Kindern und Beamten Richtung Süden und rasteten bei Bethlehem, mit dem Plan, nach Ägypten zu fliehen. Bevor sie weiterzogen, baten sie Jeremia, Gottes Willen zu erfragen. Jeremia betete und erhielt nach zehn Tagen Antwort vom Herrn: Das Volk soll in Juda bleiben. Gott verspricht Schutz, Wiederaufbau und Erbarmen, wenn sie gehorchen. Wenn sie nach Ägypten ziehen, werden sie dort durch Krieg, Hunger und Pest umkommen – genau vor dem, wovor sie fliehen wollen. Obwohl das Volk verspricht, Gottes Wort zu befolgen, zeigt es sich, dass sie bereits innerlich beschlossen haben, nach Ägypten zu gehen. Ihre Beteuerung in Vers 6 war reine Heuchelei. Sie handelten dann doch entgegen dem Willen Gottes. Sie ergriffen die Flucht, statt seinen Zusagen zu vertrauen.

Was tun wir, wenn wir an einem Scheideweg stehen und Gott um Rat fragen? Wir sollten ehrlich beten und uns nach dem Willen Gottes richten, auch wenn wir geneigt sind, den eigenen Plan zu verfolgen. Warten wir geduldig auf die Antwort des Herrn. Nehmen wir seine Weisung ernst, auch wenn dies unbequem ist. Suchen wir die Gemeinschaft und den Austausch mit anderen Gläubigen. Wenn wir nicht sicher sind, ob unser Tun mit dem Willen Gottes vereinbar ist, dann müssen wir prüfen, ob es seinen Geboten und den Weisungen aus der Bibel widerspricht. Es sollte Frucht bringen – nicht sofort, aber langfristig. Ehren wir damit Gott und nicht nur uns selbst.

Verheißung und Erfüllung

Und so hast du auch deine Zusage eingehalten, die du meinem Vater David gegeben hast. Was du ihm damals versprachst, hast du nun in die Tat umgesetzt, wie wir alle es heute sehen.
1. Könige 8,24

In Könige 8 wird die feierliche Einweihung des Tempels in Jerusalem durch König Salomo beschrieben. Dieser Abschnitt stellt einen Höhepunkt der alttestamentlichen Tempeltheologie dar. Die Bundeslade wird aus der Stadt Davids in den neu erbauten Tempel gebracht. Die „Stadt Davids” ist Zion, der ursprüngliche Siedlungskern Jerusalems. Von dort wurde die Lade in den neu erbauten Tempel auf dem Tempelberg gebracht.

Salomo steht vor dem Altar, breitet die Hände aus und betet für Gottes Aufmerksamkeit gegenüber dem Tempel. Er bittet um Vergebung, wenn Israel sündigt und umkehrt, und um Gerechtigkeit, wenn Streit entsteht. Er betet für Hilfe bei Dürre, Krieg und Exil. Und er betet auch für Fremde, die Gott im Tempel suchen. Salomo erkennt: Gott hält, was er verspricht. Die Verheißung an David (vgl. 2. Samuel 7), dass sein Sohn den Tempel bauen werde, ist Realität geworden. Die Herrlichkeit Gottes erfüllt den Tempel in Form einer Wolke – ein Zeichen göttlicher Gegenwart. Salomo preist Gott für die Erfüllung der Verheißung an David. Er betont, dass Gott den Tempel selbst erwählt hat, um dort seinen Namen wohnen zu lassen.

Wenn wir dieses Kapitel lesen und darüber nachdenken, dann ist es wertvoll, um unseren Glauben zu stärken. Gottes Wort ist kein leeres Versprechen, sondern wirkmächtig und konkret. Salomo ist ein geistliches Vorbild für Dankgebete, in denen wir Gottes Wirken in unserem Leben benennen. Wir können es als Aufforderung verstehen, eine Zwischenbilanz zu ziehen und dafür zu danken: Wo hat Gott seine Zusage in meinem Leben „in die Tat umgesetzt”? Wo wurde aus dem Wort sichtbare Wirklichkeit?