Andacht Heute

Psalm 1

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl.
Psalm 1,1-3

Derjenige ist gesegnet, der sich nicht an die Gottlosen hält, die ihn falsch beraten, zur Sünde anleiten und über die Gläubigen spotten. Von dieser Sorte Menschen hat es immer schon viele gegeben. Sie meinen, alles besser zu wissen, was mit Gott zu tun hat, auch wenn sie die Bibel nicht kennen. Wer den breiten Weg dieser Widersacher des Glaubens nicht betritt, der ist nicht nur „glücklich“, wie es in manchen Übersetzungen des Psalms steht, sondern ihm ist „wohl“, d. h. er ist gesegnet von Gott. So ein Mensch hat Lust am Wort des HERRN und beschäftigt sich ständig damit, SEINER Gerechtigkeit nahezukommen. Da er nahe an den fließenden Bächen der Weisheit gepflanzt ist, bringt er Frucht hervor und er altert nicht. Welch ein herrlicher, ermutigender Einstieg in die Reihe der Psalmen!

Das Geschenk

Lasst das Gute, das Gott euch geschenkt hat, doch nicht in üblen Ruf kommen! Denn im Reich Gottes geht es nicht um Essen und Trinken, sondern um das, was der Heilige Geist bewirkt: Gerechtigkeit, Frieden und Freude. Wer Christus auf diese Weise dient, wird von Gott anerkannt und von den Menschen geachtet.
Römer 14,16-18

Dieser Dienst für Gott ist nicht immer einfach. Es werden Tage kommen, da glauben wir, trotz aller unserer Gebete nicht weiterzukommen. Wir stoßen an unsere Grenzen. Jetzt haben wir schon so lange für einen Menschen gebetet, und es tut sich doch nichts bei ihm. Das ist aber vielleicht der Punkt, wo Jesus uns haben will. Wir erkennen, dass es ohne seine Hilfe nicht geht. Denn wir haben ja nichts, aus uns kommt die Kraft nicht. Allein der HERR kann uns jetzt helfen, das muss uns bewusst sein. Und im Glauben daran, kann sich dann vielleicht das einstellen, was wir ersehnen. Es kann zu „Gerechtigkeit, Frieden und Freude“ kommen. Neben der materiellen Versorgung mit Essen und Trinken gibt es aufgrund der Barmherzigkeit unseres Schöpfers, die Zusage auf die Ewigkeit – ein einzigartiges Geschenk.

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
Matthäus 6,33

Wahrer Hunger und Durst

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Matthäus 5,6

Wer hier gemeint ist, das sind nicht die Selbstgerechten, die immer schon wissen, wo es lang geht. Weil sie so sehr von ihren eigenen Begriffen von Moral und Gesetz überzeugt sind, haben sie auch keinen Hunger und Durst, mehr von Gottes Weisungen zu erfahren.

Denn da sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten und ihre eigene aufzurichten trachteten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.
Römer 10,3

In den Seligpreisungen meint Jesus Menschen, die beflissen in der Bibel lesen und sich vom Heiligen Geist begleiten lassen. Sie haben es nicht immer mit leichter Kost zu tun. So haben wir uns gestern im Chat (christen-chat.de, täglich um 19 Uhr) über Matthäus 8,21-22 unterhalten, wo einer der Jünger zu Beginn seines Dienstes sagte:

„Herr, erlaube mir, zuerst nach Hause zu gehen und meinen Vater zu begraben.“
„Lass die Toten ihre Toten begraben!“, entgegnete ihm Jesus. „Folge du mir nach!“

Sicher, Jesus wählte hier ein krasses Beispiel für die Ernsthaftigkeit der Nachfolge. ER verlangt aber nicht, dass wir dabei alle verwandtschaftlichen Bande abschneiden sollen. Im vierten Gebot steht ausdrücklich:

„Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“

Wer sich durch solche scheinbaren Widersprüche nicht beirren lässt und nach Auflösungen in der Schrift forscht, der ist auf einem guten Wege der Gerechtigkeit Gottes auf die Spur zu kommen, soweit dies für uns Geschöpfe möglich ist.