Andacht Heute

Wodurch uns sicher geholfen wird

Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet, da ihr ja wisst, dass die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt. Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt. Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden.
Jakobus 1,2-5

Wir alle sind Prüfungen und Anfechtungen ausgesetzt. Unser Glaube ist kostbar, wir dürfen uns über ihn freuen und bekunden. Er muss sich aber in den Stürmen des Lebens bewähren. Hier ist standhaftes Ausharren gefordert, das dem Zaudern und Zweifeln trotzt. Vertrauen sollte man nicht der weltlichen Weisheit, da sie arg begrenzt ist und uns in Notsituationen nicht helfen kann. Wenn durch eine Krankheit unser Leben in Gefahr ist, rufen wir nicht die Nachbarin an, die sich seit kurzer Zeit mit Homöopathie beschäftigt und ihre Umgebung mit allerlei Gesundheitsratschlägen versorgt, sondern wir wählen die Nummer für den ärztlichen Notdienst. In seelischer Not beten wir zu Gott, der uns mit seiner Weisheit versorgt, die der menschlichen unendlich weit überlegen ist. Es gibt übrigens eine Bibelstelle, die nicht ohne Augenzwinkern als „Notrufnummer Gottes“ bezeichnet wird: 5015, nach Psalm 50, Vers 15:

„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst du mich preisen.“

Klar benennen statt umschreiben

Wenn wir unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
1. Johannes 1,9

Es gibt auch Übersetzungen, die das Wesen Gottes, dass er treu und gerecht ist – wie oben in der Schlachter 2000 -, zu umschreiben versuchen, wie die Hoffnung für alle, wo es heißt „dann erweist sich Gott als treu und gerecht“ oder die Neue evangelistische Übersetzung, welche formuliert: „zeigt Gott, wie treu und gerecht er ist“. Beide Male wird Gott gelobt, als eine Macht, die sich von ihrer besten Seite zeigt, wenn wir uns ehrlich zu uns und IHM verhalten. So als läge es in unserer Hand, wenn seine höchste Qualität in Erscheinung tritt. In der ersten Übersetzung, in der „Gott sich als treu und gerecht erweist“, wird implizit behauptet, dass ER auch untreu und ungerecht sein könne. Im anderen Fall wird von ihm angenommen, er habe es nötig zu zeigen, wie treu und gerecht er sein könne. Warum bleibt man nicht dabei, das Wesen Gottes einfach und ohne Umschweife im Deutschen mit dem Hilfsverb „ist“ auszudrücken, in Verbindung mit den Adjektiven „treu“ und „gerecht“? Wir sehen doch, dass Gott gar nicht anders sein kann, weil er immer so „ist“, sodass wir auf das einleitende „wenn“ sogar verzichten könnten, es aber in diesem sprachlichen Zusammenhang doch besser verwenden, bedingt durch die inhaltliche Hauptaussage der Notwendigkeit des Bekenntnisses unserer Sündhaftigkeit.

Martin Luther hat bei seiner Bibelübersetzung viel Mühe darauf verwendet, einfach und leichtverständlich im Ausdruck zu sein. So schreibt er: „Ich hab mich bemüht beim Dolmetschen, dass ich reines und klares Deutsch geben möchte. Und es ist uns sehr oft begegnet, dass wir vierzehn Tage, drei, vier Wochen ein einziges Wort gesucht und erfragt haben, und haben’s dennoch zuweilen nicht gefunden.“ Bei Neu-Übersetzungen erkennt man an manchen Stellen das allzu angestrengte Suchen nach einem alternativen Ausdruck zur geläufigen Version. In Luthers Übersetzung von 1545 heißt es übrigens: „So wir aber vnsere sünde bekennen / so ist er trew vnd gerecht / das er vns die sünde vergibt / vnd reiniget vns von aller vntugent.“    

Die Liebe Gottes ist uns sicher

Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
Römer 8,38-39

Allen, die in Zweifel geraten, ob sie von Gott geliebt werden, bekräftigt der Apostel Paulus die unerschütterliche Zuneigung durch IHN. Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen, dass seine Liebe zu uns aus irgendwelchen äußerlichen Gründen nachlässt. Jesus ist für uns auf die Welt gekommen, für unsere Sünden gestorben und wieder auferstanden. Wir können seinen Zusagen vertrauen.

Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer ⟨ist⟩ gegen uns?
Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?

Römer 8,31-32