Andacht Heute

Immerwährende Freude

Darüber freue ich mich von ganzem Herzen, alles in mir bricht in Jubel aus. Bei dir, HERR, bin ich in Sicherheit. Denn du wirst mich nicht dem Totenreich überlassen und mich nicht der Verwesung preisgeben, ich gehöre ja zu dir. Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir; aus deiner Hand empfange ich unendliches Glück.
Psalm 16,9-11

Ein jeder von uns kennt es, dass er sich auf etwas, das in der Zukunft liegt, ganz besonders freut. Es könnte eine Urlaubsreise sein, ein Auto, eine neue Wohnungseinrichtung. Und jedem ist es wohl schon mal geschehen, dass diese Freude geschmälert wurde. Auf der Reise in den Süden hat man sich eine Magen-Darm-Infektion eingehandelt. Das angeschaffte Auto hat das Familienbudget bedenklich überlastet. An die neue Einrichtung hat man sich nach kurzer Zeit gewöhnt, sodass die anfängliche Begeisterung schnell verflogen ist. In allen Fällen war man enttäuscht. Die Vorfreude war groß, sie hatte aber zu keinem dauerhaften Hochgefühl geführt. Wie gesagt, das kennen wir alle.

Jetzt wird uns durch die Bibel eine immerwährende Freude versprochen. Können wir so einer Zusage wirklich trauen? Nein, wenn es sich auch hier um Werbeaussagen von Reiseveranstaltern, Autohändlern und Einrichtungshäusern handeln würde. Die würden auch höchstens von einer lang anhaltenden Freude sprechen, nicht von einer ewigen. Und gerade sie sollte es also geben: Eine Freude, die nicht mehr enttäuscht und nicht mehr geschmälert werden würde? Ja, für mich gibt es triftige Gründe, die dafür sprechen:

Den Zustand ewiger Freude erschließt sich uns nicht mit unserem menschlichen Vorstellungsvermögen. Zu sehr haben wir die Erfahrung gemacht, dass ein Glückszustand in unserem Leben nicht dauerhaft ist. Dieses versprochene Glück ist noch nicht denkbar, wir sollten aber alles dafür tun, dass es für uns möglich wird. Und hier dürfen wir auch einmal egoistisch sein und nach unserem persönlichen Glück streben. Wie das geht, und was wir dafür tun müssen, steht eindeutig für alle geschrieben in der Bibel.

Ich kann nicht erwarten, dass ich in einer Lotterie etwas gewinne, wenn ich mir kein Los kaufe. Gesetzt den Fall, es gäbe eine, bei dem jedes Los einen großen Gewinn bereit hält. Wäre es dann nicht sehr unklug, sich nicht daran zu beteiligen? Gewiss könnte jetzt der Einwand kommen, dass man der Lotteriegesellschaft vertrauen müsste. Es hat ja auch schon Fälle gegeben, bei denen man sich mit dem eingezahlten Geld aus dem Staub gemacht hat. Die Frage lautet also: Kann Gott ein Betrüger sein, der das in ihn gesetzte Vertrauen schamlos enttäuschen würde? Würdest du dem Schöpfer dieser Welt, dem Gott der Liebe, so etwas zutrauen?

Alle Prophezeiungen unseres Gottes sind inzwischen eingetreten. Roger Liebi hat nachgewiesen, dass allein 40 Voraussagen der Bibel zu seinem Volk Israel erfüllt worden sind. Warum sollte Gott bei den Zusagen, die entscheidend für jeden von uns sind, nämlich was mit uns nach unserem Tod geschieht, uns täuschen wollen?

Wer von trügerischen Heilsversprechen eines für ihn nicht existierenden Gottes in abfälliger Weise spricht, sollte erklären können, was er uns denn als Alternative anbieten kann. Ist es wirklich eine schöne Aussicht für uns, wenn nach dem Tod alles aus ist, wenn kein Jenseits uns erwartet, plötzlich alles dunkel um uns ist und wir in gähnende Leere übergehen? Allein die Vorstellung von so etwas würde mich traurig und depressiv machen.

Mal ganz nüchtern betrachtet

Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.
Offenbarung 22,17

Vor etwa 20 Jahren habe ich einen Vortrag von Siegfried Buchholz gehört. Er war in seinem Berufsleben Chemiker und ein führender Manager bei der BASF. Er hatte ihn im Rahmen der IVCG gehalten, dem Internationalen Verein Christlicher Geschäftsleute. Ich war damals sehr beeindruckt davon, wie ein Naturwissenschaftler und ein durch und durch marktwirtschaftlich orientierter Mensch auf den Glauben an Gott gekommen war, und dies mit der ihm eigenen nüchterner Betrachtungsweise begründen konnte. Es waren nicht wenige sehr überlegenswerte Gedanken dabei, die mich in meinem Glauben bestärkt haben.

Einer ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Nach Buchholz gibt es zwei Möglichkeiten für einen Christen, was nach seinem Tod eintritt. Wenn alles so kommt, wie er geglaubt hat, dann wird ihn das ewige Leben im Himmel erwarten. Wenn es sich als Illusion erweist, Gott sich als Illusion herausgestellt hat, dann ist mit seinem Tod alles aus. Das wäre zwar schade, aber es würde mit ihm alle Menschen betreffen, und er hätte mit seiner, an christlichen Werten orientierten Überzeugung, einen guten Pfad gehabt, auf dem er sicher und froh durchs Leben gewandert ist. Wie anders würde die Bilanz aber bei einem ungläubigen Menschen aussehen. Gewiss, auch er könnte sich anständig verhalten haben und sogar vorbildlich gemäß allgemeinen Werten gelebt haben. Der Unterschied zu einem Gläubigen würde sich allerdings eklatant bemerkbar machen, wenn der erste Fall eintreten wird, wenn Gott also existiert. Vor dem ewigen Gericht wird er dann stehen und könnte nichts vorweisen, was ihm helfen könnte. Er hat ja nicht glauben wollen. Was für eine Katastrophe wäre das für ihn! Er ist sich ja so sicher gewesen, dass es keinen Gott gibt, und jetzt würde er vor IHM stehen.

Das könnte sich jetzt sehr nüchtern, fast lässig anhören, wenn man so einen Gedankengang liest. Natürlich ist damit nicht gemeint, dass der Glaube mit einem beliebigen Angebot zu vergleichen ist, so wie man sich mal ein Los bei der Lotterie kauft. Im Sinne von: Schön, wenn man was gewonnen hat, aber auch nicht so schlimm, wenn es eine Niete war. Einen echten Glauben muss man mit Überzeugung leben. Man kann es nicht nur einfach mal mit ihm probieren, wie mit einem Lotterielos, das man sich in die Tasche steckt und dann nichts tut, als auf die Ziehung zu warten. Der Glaube ist ein wunderbares Angebot, das Gott uns macht. Jeder, der diese Chance ausschlägt, sollte sich mal ehrlich die Frage stellen, ob das, was dagegen sprechen könnte, wirklich tragfähig ist.

Die Vorträge von Siegfried Buchholz befinden sich noch im Netz und sind nach wie vor eindrucksvoll, z.B. Warum ich noch immer Christ bin – Eine Kosten-Nutzen Betrachtung

Einengung des Denkens

Ein frohes Herz tut dem Körper wohl, ein zerschlagener Geist trocknet ihn aus.
Sprüche 17,22

„Lies doch nicht diese Romane. Das ist doch Zeitverschwendung. Nimm allein die Bibel zur Hand.“ Es gibt rigorose Christen, die es ablehnen, sich mit „weltlichen“ Dingen wie Literatur zu beschäftigen. Alles, was Menschen geschrieben haben, vor allem fiktionale Romane, sind für sie nicht wert, gelesen zu werden. Sie verweisen auf die Bibel als einziger Quelle alles Geistigen. Sie haben, meiner Meinung nach recht, was die überragende Wertigkeit des Heiligen Schrift betrifft. Zu weit gehen sie aber in der Ablehnung alles Kulturellen, wenn nicht in jedem Satz, in jedem Ton einer Musik, in jeder Szene im Theater oder im Film ein Lob Gottes erklingt. Falls sie es persönlich für sich so entschieden haben, wäre es noch vertretbar. Leider sparen sie nicht mit ihrer Kritik, wenn sie bei anderen Christen beobachten, wie sie Freude an diesen Dingen entwickelt haben.

Wir müssen aufpassen, dass wir bei aller gebotener Hochachtung und Wertschätzung der Bibel nicht den Fehler begehen, unser Denken zu verengen. Unter Reduktionismus versteht man im negativen Sinn einen Versuch, den Inhalt komplexer Sachverhalte in einem einzigen einfachen Satz auszusagen. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn man den Roman „Schuld und Sühne“ von Dostojewski auf die Frage konzentrieren wollte, was uns der Autor damit sagen wollte. Wenn das ginge, dann hätte er sich 700 Seiten sparen können. Und wir, die Leser, hätten auf feinste psychologische Beobachtungen und auf die Ästhetik des sprachlichen Ausdrucks verzichten müssen. Wenn wir Literatur zur Hand nehmen, sollten wir ein Werk nicht verschlingen, sondern es genießen. Wenn wir gleichzeitig unseren Erfahrungsschatz damit erweitern, von einer anderen Sichtweise profitieren und uns mit anderen Lesern über die behandelten Themen austauschen können, dann bereichert es unser Leben.