Freiheit aus Genügsamkeit
Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluss zu spenden, sodass ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk, wie geschrieben steht: „Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit besteht in Ewigkeit”.
2.Korinther 9,8-9
Im Griechischen steht für „Genüge” das Wort „autarkeia”. Wenn wir heute von Autarkie sprechen, ist damit die Fähigkeit von Staaten und Systemen gemeint, sich selbst zu versorgen und unabhängig zu sein. Bei den Stoikern bezeichnete dagegen der Begriff die Fähigkeit, unabhängig von Besitz, Anerkennung oder Umständen glücklich zu sein. Aristoteles verstand darunter einen Zustand, der das Leben „vollständig“ macht – nicht absolute Unabhängigkeit, sondern eine erfüllte, genügsame Lebensform.
Im Neuen Testament bezeichnet autarkeia eine Genügsamkeit, die aus Gott kommt und nicht aus uns selbst. Es ist eine Haltung, die uns frei macht von Gier, Angst und dem Vergleichen. Diese Fähigkeit macht uns zufrieden. Sie befähigt uns auch, andere daran teilhaben zu lassen. Genügsamkeit bedeutet nicht, dass ich mir selbst genug bin, sondern dass mir Gottes Gnade genug ist. Sie macht uns frei, weil Christus unsere Mitte ist.
HERR, gib mir die innere Ruhe und lehre mich Genügsamkeit. Mach mich frei, dankbar und bereit zu teilen, weil ich in Dir alles habe, was ich brauche. Amen.