Können wir Botschafter sein?
Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen, indem er den Menschen ihre Sünden nicht länger anrechnet. Gott hat uns dazu bestimmt, diese Botschaft der Versöhnung in der ganzen Welt zu verbreiten.
2. Korinther 5,19
Salopp gesagt: Wir sind also dazu bestimmt, diese Botschaft unter die Leute zu bringen. Leichter gesagt als getan. Man braucht sich nur umsehen, um zu erkennen, wie viele in unserem Bekanntenkreis nur müde lächeln werden, wenn wir ihnen sagen: „Auch du musst die Versöhnung Gottes annehmen.“ Könnte es eher gelingen, wenn wir von Tür zu Tür gehen, um die Botschaft fremden Menschen zu verkünden, so wie es die Zeugen Jehovas versuchen? Mir kommen Zweifel an der Umsetzbarkeit dieser Aufgabe, Botschafter der Versöhnung zu sein. Jedenfalls glaube ich nicht, dass wir uns eine rhetorisches Konzept zurechtlegen sollen, um uns gut vorzubereiten für ein Gespräch, in dem wir unser Gegenüber überzeugen können. Intuitiv wird mir klar, dass es so nicht funktionieren kann. Wir können erklären, erzählen, einladen, aber letztlich ist es der Heilige Geist, der die Herzen öffnet. Da können unsere Argumente noch so gut sein, dazu sind wir alleine nicht fähig. Auch wenn wir es uns fest vornehmen, wir können nichts erzwingen. Der richtige Moment ist nicht planbar. Wir können aber bereit dafür sein. In einem Gespräch kann sich plötzlich eine Tür öffnen. Ein Mensch steht vielleicht vor einer Frage, die er nicht beantworten kann. Dadurch wird er empfänglich für einen Fingerzeig Gottes. Dann kann es sein, dass uns die richtigen Worte geschenkt werden. Als Einstieg reicht dann vielleicht ein einfacher, aber starker Satz, der den anderen zum Nachdenken bringt, wie: „Gott hat dich nicht vergessen.“
Gebet
Herr Jesus Christus, du hast uns das Wort der Versöhnung anvertraut. Schenke uns ein offenes Herz und klare Worte, damit Menschen den Weg zu dir finden. Amen.