Andacht Heute

Psalm 9 korrigiert die Machtbesessenen

HERR, steh auf, dass nicht Menschen die Oberhand gewinnen; lass die Völker vor dir gerichtet werden! Lege, HERR, einen Schrecken auf sie, dass die Völker erkennen, dass sie Menschen sind.  
Psalm 9,20-21

Der Psalm 9 stellt die Dinge richtig. Wenn sich Völker über andere erheben, führt das zu Verblendung. Es gibt Machthaber, die ihren Herrschaftsanspruch mit dem Namen einer Religion heiligen und andere Völker unterwerfen wollen. Im Psalm 9 wird jedoch betont, dass Völker Menschen und keine Götter sind. Wenn sich ein Volk als absolut setzt, verliert es jede Fähigkeit zur Selbstkritik und lässt jegliche Demut gegenüber Gott vermissen. Demut würde bedeuten, dass wir erkennen, dass wir Menschen nicht der Maßstab für Gut und Böse sind. Dies steht allein Gott zu. Er ist der Richter aller Nationen.

Erkennt ein Volk, dass es selbst von Gottes Gnade abhängig ist, entsteht eine Haltung, die andere ernst nimmt, anstatt sie abzuwerten. Aus der Demut heraus erkennt es: „Wir sind nicht besser. Wir sind nicht wertvoller. Wir sind anderen nicht moralisch überlegen.“ Demut gegenüber Gott ist das Gegenmittel gegen nationalen Hochmut. Psalm 9 ist ein zutiefst politischer Text. Er entlarvt Überlegenheitsdenken als geistliche Verblendung und ruft die Völker zur von Gott vorgegebenen Wahrheit zurück.

Ist Gott schuld oder der Teufel?

So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch.
Jakobus 4:7

    Die Bibel steht voll davon, und es ist nun mal das Wort Gottes an uns Menschen, dass Gott gut ist und möchte, dass wir IHM gehorchen und nicht dem, den ER den Menschenvernichter nennt.

    „… er war ein Menschenmörder von Anfang an …“ Joh 8,44

    Das ist zwar aus dem Zusammenhang gerissen und es folgen noch weitere Bezeichnungen wie „Vater der Lüge“, doch sollten wir, wenn wir Gott für das gesamte Weltgeschehen durch die Menschen verantwortlich machen, bedenken, dass es auch den Widersacher Gottes gibt, der sich mit allerlei Lügen in unser Leben einschleichen will. Ihm zu widerstehen bringt Segen. Hört also auf Gott und betet, denn der Böse geht umher, um uns zu schaden.

    So ist es klug mit dem Wort Gottes zu beginnen, statt mit den Nachrichten, die uns nur runterziehen in die okkulten dunklen Gedanken. Denn es steht geschrieben. Gott aber hat Gedanken des Friedens über uns und nicht des Leides. Jer 29,11

    Ist das nicht guttuend?

    Prüfe, ob es von Gott kommt

    Verachtet prophetische Aussagen nicht, prüft aber alles und behaltet das Gute! Meidet das Böse in jeder Gestalt!
    1. Thessalonicher 5,20-22

    Die evangelische Jahreslosung für das Jahr 2025 lautete: „Prüft alles und behaltet das Gute!” In dieser verkürzten Form könnte man leicht übersehen, dass sich dieses Bibelwort auf die prophetische Rede bezieht. In vielen Predigten und Kommentaren wurde das Wort dann so verstanden: „Prüft Nachrichten und Meinungen! Prüft euren Konsum, die Politik und die Medien!” Das ist im Prinzip nicht falsch, aber es entspricht nicht dem, was Paulus meinte. Er forderte zur Prüfung prophetischer Reden auf. Ohne diesen Kontext wird der Vers zu einem allgemeinen Appell an kritisches Denken. „Nehmt an, was gut ist” wird dann moralisierend verstanden. Daraus leitet man ab, dass Gott die gute Sache – oder das, was man dafür hält – unterstützt.

    Theologisch ist es nie ganz sauber, wenn man einzelne Bibelworte aus dem Zusammenhang reißt. Wäre es nicht besser, wenn wir mehr bei Paulus blieben und das Prüfen nicht auf alles Politische ausweiten? Dann könnten wir die Verse als Aufforderung verstehen: Wir sollen nicht alles glauben, was als „Wort Gottes“ daherkommt und wachsam sein gegenüber falschen Stimmen! Dann würde uns eher auffallen, wenn Bibelworte als schöne Illustrationen eigener Sichtweisen herhalten müssen, statt sie als das zu nehmen, was sie sind: vollkommen eigenständige Mitteilungen Gottes an uns. Paulus ruft uns nicht zu allgemeiner Skepsis auf, sondern zu geistlicher Unterscheidung. Wir sollen offen bleiben für das Reden Gottes und zugleich wachsam gegenüber Stimmen sein, die nur so tun, als kämen sie von ihm.