Der fröhliche Glaube von Chesterton
Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist.
Psalm 34,9
Der Schriftsteller G. K. Chesterton (1874–1936) ist vor allem durch seine Reihe von Detektivgeschichten um die Figur des Pater Brown bekannt geworden. Es handelt sich um geistvolle Kriminalparabeln, in denen ein bescheidener Priester mit seelischem Spürsinn, Intuition und Menschenkenntnis seine Fälle löst. Chesterton war ein überzeugter Christ. Sein Glaube war fröhlich, vernünftig und kämpferisch zugleich. Er verstand sich als Verteidiger des Christentums in einer zunehmend skeptischen Moderne. Für ihn waren Glaube und Vernunft keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Suche nach Wahrheit. Ein wiederkehrendes Motiv ist bei ihm die Erlösung. Der ehemalige Meisterdieb Flambeau, der vom Gegner zum Freund wird, ist das beste Beispiel: Die Geschichten zeigen, dass selbst der größte Sünder sich ändern kann. In seinen Schriften beschreibt er den Glauben an Gott als permanentes Staunen, geprägt von Demut, Dankbarkeit, intellektueller Neugier – und Humor. Chesterton gilt als „fröhlicher Prophet”. Er verstand das Christentum nicht als moralische Last, sondern als Befreiung zur Freude.
Ich habe den Vers deshalb ausgewählt, weil er zu Chesterton passt. Er sah die Welt als Geschenk, als Wunder, als „freundliche Überraschung“. Der Psalmvers bringt jene kindliche Glaubensfreude zum Ausdruck, die Chesterton zutiefst schätzte.