Andacht Heute

Ein starker Trost

Befiehl dem HERRN deinen Weg, und vertraue auf ihn, so wird er es vollbringen.
Psalm 37,5

Paul Gerhardt (1607-1676) hat den Text zum Lied „Befiehl du meine Wege“ geschrieben. Die Melodie stammt von Georg Philipp Telemann. Das Lied hat vielen schon Hoffnung geschenkt in finsteren, unsicheren Zeiten. Die erste Strophe beginnt so:

Befiehl du deine Wege
und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege
des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden
gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden,
da dein Fuß gehen kann.

Wir müssen also nicht selbst den Weg finden, sondern uns an Gott halten, der alles lenkt. Wir dürfen loslassen und müssen nicht alles selbst ordnen, was vor uns liegt. Es ist der Herr, der die Wege findet. Auch für dich und mich, selbst wenn zunächst keiner sichtbar ist. Es ist ein sehr entlastender Gedanke, dass ich meinen Weg Gott anvertrauen darf. Wenn Gott die großen Kräfte der Welt lenkt, dann wird er auch meinen nächsten Schritt führen. Seine Gegenwart ist eine verlässliche Führung, die Orientierung, Sicherheit und Trost schenkt und uns mit Vertrauen nach vorne gehen lässt.

Die Kunst der ehrlichen Worte

Die Schläge des Freundes meinen es gut; aber die Küsse des Hassers sind trügerisch.
Sprüche 27,6

Der Vers stellt einen Kontrast her zwischen den ehrlichen, manchmal schmerzhaften Worten eines Freundes und den Schmeicheleien eines Menschen, der es nicht gut mit einem meint. Ich entnehme dem Vers nicht, dass man in jedem Fall den Freund oder Mitmenschen mit der Wahrheit hart konfrontieren sollte, ohne Rücksicht darauf, wie dies bei der anderen Person ankommt. Es kommt schon auch darauf an, ihn nicht zu verletzen und gegen sich aufzubringen. Wir sollten immer bedenken, dass wir es mit Gefühlen zu tun haben. Was nützt die ganze Weisheit, die wir durch unsere außenstehende Betrachtung leichter ins Spiel bringen können, wenn wir nicht erkennen, dass der Betroffene schwer davon betroffen ist? Wir tun uns leicht, kluge Ratschläge zu geben, weil wir uns nicht persönlich in einem schweren Konflikt befinden. Der Vers sollte uns nicht dazu verführen, zu sagen: „Sag einfach die Wahrheit, egal wie hart sie sein mag.“ Liebe ohne Wahrheit geht nicht. Wahrheit ohne Liebe kann jedoch den anderen völlig blockieren. Bleiben wir also ehrlich, aber nicht verletzend. Klar, aber nicht gefühlskalt. Freundlich, aber nicht feige und ausweichend. Es ist eine Kunst, hier die Balance zu finden. Helfen kann uns dabei die Frage: „Wie sage ich es so, dass der andere es hören kann?”

Wir können uns ein Beispiel an Jesus nehmen, der nie gesagt hat: „Ich sage dir die Wahrheit, und wenn sie dich zerstört, ist das dein Problem.“ Dagegen stammt von ihm der Satz: „Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab.“ (Mt 11,29)

Gebet
HERR, lehre uns, ehrlich zu sein, ohne zu verletzen, und mutig zu sein, ohne hart zu werden.

Noch wichtiger als Fußball

Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt.
Römer 1,16

Gestern kam es nach dem WM-Spiel Deutschland-Curacao zu einer denkwürdigen Szene. Wie die Bildzeitung heute berichtet, betete einer unserer besten Spieler, Felix Nmecha, ein bekennender Christ, mit Spielern der gegnerischen Mannschaft am Mittelkreis und sagte später vor der Presse: „Wir sind im Spiel Gegner. Nach dem Spiel sind wir alle Christen und Brüder. Wir haben einfach ein kleines Gebet zusammen gemacht, weil wir alle sehr dankbar sind – auch die Curacao-Spieler. Vom Ergebnis her ist es natürlich schön für uns, aber auch im Ganzen glauben wir alle, dass Jesus durch das Spiel verherrlicht wird. Deswegen sind wir zusammengekommen und haben zusammen gebetet.“

Bei aller Freude am Fußball: Hier hat jemand etwas gesagt, das noch wichtiger ist als Wettkämpfe im Sport. Wir sollten dankbar sein, dass wir einen Herrn haben, der uns das ermöglicht. Nehmen wir uns ein Beispiel an Nmecha: Er schämt sich nicht. Er betet öffentlich – nicht, um einen Show-Effekt zu erzielen, sondern aus Dankbarkeit. Damit zeigt er ein Christsein, das nicht versteckt, sondern dankbar bekennt. Und es zeigt sich ein Glaube, der nicht trennt, sondern verbindet – sogar nach einem harten Spiel.

Gebet
Herr Jesus Christus, schenke uns den Mut, mitten im Alltag zu zeigen, dass wir zu dir gehören. Dankbar, klar und ohne Angst vor den Blicken anderer. Lass dein Licht durch uns aufscheinen. Amen.