Gute Nachricht mit Augenzwinkern
Hilf uns, deinen Dienern, deine Botschaft mutig und offen zu verkünden.
Apostelgeschichte 4,29
Mit diesem Mut zur Verkündigung ist nicht mehr Lautstärke gemeint. Oft sind es gerade die leisen Töne, die bei anderen Menschen im Gedächtnis bleiben. Wenn wir freundlich und humorvoll christliche Gedanken in ein Alltagsgespräch einflechten, wird das mehr geschätzt als schulmeisterliches Zitieren von Bibeltexten. Für eine gute Unterhaltung ist es außerdem nicht förderlich, sich als absolut tadellosen Vorzeigechristen darzustellen. Das kann beim Gegenüber ein Gefühl der Unterlegenheit erzeugen, das wiederum eine Abwehrreaktion auslösen kann.
Wir dürfen die Verkündigung nicht als „Leistung” verstehen, die wir erbringen müssen. Wenn wir Gott um die richtigen Worte bitten, wird er uns den erforderlichen Mut als natürliche Frucht schenken. Er wird sich im richtigen Moment zeigen, ohne dass wir uns einen Ruck geben und uns etwas vornehmen müssen. Wir werden es durch innere Gelassenheit, durch konkrete Worte, die uns zufallen, und durch unsere Handlungen spüren.
Wir müssen bei unserem Dienst für die Frohe Botschaft auch keinesfalls perfekt sein. Gestern waren wir Zuhörer bei einem Podiumsgespräch, an dem der bayerische Kabarettist Martin Frank im Mittelpunkt stand. Bei ihm ist gerade das Unperfekte ein Schlüssel seines Erfolgs. Er erzählt humorvoll davon, wie oft er gescheitert ist, in verschiedenen Berufen Fuß zu fassen, und was ihm im Alltag alles nicht gelingt. Das macht ihn sympathisch und kommt beim Publikum gut an, weil jeder sieht: Hier ist einer, der offen mit seinen Unzulänglichkeiten umgeht. Man kann als Christ von ihm lernen, dass eine Prise Selbstironie nie schaden kann. Das ist eine Form von Demut, die uns nicht klein macht, sondern frei. Auf diese Weise kann man seine Erlebnisse mit dem Glauben leichter in ein Gespräch einflechten und so zur Verkündigung der Botschaft beitragen.