Was jetzt dran ist
„Alles hat seine Zeit.“
Prediger 3,1
Ich sitze am Schreibtisch. Vor mir im Regal stehen viele Texte, die ich im Laufe der Jahre geschrieben habe. Jeder davon könnte ein Anfang sein. Jeder ruft: „Nimm mich! Schreib weiter!“
Und doch spüre ich: Nicht alles, was möglich ist, ist heute dran. Nicht jeder Gedanke, den ich schon mal gehabt und niedergeschrieben habe, will jetzt gelebt werden. Manches darf warten. Manches darf ruhen wie ein Schatz, der nicht ständig glänzen muss.
Der Prediger sagt: „Alles hat seine Zeit.“ Vielleicht heißt das: Der Augenblick, das Jetzt, hat ein eigenes Recht. Er fragt nicht nach gestern (was ich früher gemacht habe) und nicht nach morgen (was ich in der Zukunft tun soll). Er fragt nur: Was brauchst du heute? Was trägt dich jetzt? Manchmal genügt ein stiller Moment, um die Antwort zu hören.
Gebet:
HERR, schenke mir ein hörendes Herz, das unterscheiden kann, was heute wichtig ist und was warten darf. Segne das, was jetzt dran ist, und behüte alles, was ruhen darf in deiner Zeit. Amen