Andacht Heute

Die Grunderneuerung durch den Geist

So verschieden die Gaben auch sind, die Gott uns gibt, sie stammen alle von ein und demselben Geist. Und so unterschiedlich auch die Aufgaben in der Gemeinde sind, so ist es doch derselbe Herr, der uns dazu befähigt.
1. Korinther 12,4-5

    Auch dem natürlichen Menschen, dem der Glaube an Gott noch nicht wichtig geworden ist, wurden bereits eine Reihe von Gaben geschenkt. Das könnten zum Beispiel sein: Intelligenz, Empathie, Organisationstalent, Musikalität, Mut, Sprachfähigkeit, handwerkliches Geschick usw. Wenn durch den Glauben der Geist Gottes hinzukommt, werden diese Fähigkeiten nicht ausgelöscht. Sie werden jedoch auf wundersame Weise verwandelt. So werden sie von Ichsucht, Ängsten und Konkurrenzdenken gereinigt. Dadurch werden sie fruchtbar für andere gemacht, weil sie mit Liebe verbunden sind. Entscheidend ist, dass diese durch den Heiligen Geist veränderten Gaben ganz auf Jesus Christus ausgerichtet sind. So wird aus einem natürlichen Talent eine geistige Frucht. Um ein Beispiel zu nennen: Jemand ist von Natur aus kommunikativ. Unter dem Einfluss des Geistes werden daraus Ermutigung, Trost, Verkündigung und Seelsorge. Der Mensch bleibt derselbe, wird aber neu ausgerichtet. Die Fähigkeiten bleiben dieselben, erhalten aber eine neue Fruchtbarkeit. Es können sogar neue Gaben hinzukommen, wie die Fähigkeit, Geister zu unterscheiden, anderen wichtige Erkenntnisse aus der Bibellese zu vermitteln oder Weisheit zum Ausdruck zu bringen. Du siehst: Der Geist macht aus dem, was du bist, etwas Neues und schenkt dir zugleich hinzu, was du noch nicht warst.

    Konflikte lösen

    In der Welt habt ihr Angst, doch ich habe die Welt überwunden, spricht Jesus, der sündlose Sohn Gottes in seinem irdischen Dasein. Für bekehrte und demütige Christen ist es eigentlich ganz einfach, mit Enttäuschungen umzugehen: Man redet darüber, vergibt einander und versöhnt sich wieder – genau das wünscht sich Jesus von uns. Vergebt einander, so wie auch ich euch vergeben habe – so steht es im „Vaterunser“, das ER uns ans Herz gelegt hat.

    Denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen schenkt ER Gnade.

    In der Konfliktlösung weltweit läuft es oft ganz anders. Man zieht vor Gericht, und jeder versucht, dem anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. „Du bist schuld, dass ich so reagiert habe.“

    Als Christen wissen wir, dass wir immer noch mit weltlichen Dingen zu tun haben. Am besten lernen wir in der Gemeinschaft mit dem HERRN und seinem Wort in geistlichen Kreisen, uns selbst zu prüfen und zu bewähren.

    So haltet euch an die wunderbaren Aussagen von Jesus: Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter euch. (Matth 18,20)

    Jesu Gegenwart ist nicht an große Zahlen, besondere Orte oder perfekte Stimmung gebunden. Sie entsteht dort, wo Menschen sich in seinem Namen verbinden – im Vertrauen, im Hören, im gemeinsamen Suchen.

    Danke HERR für Deine Gnade. Amen

    In ältere Gedanken eintauchen

    Ich gedenke der früheren Tage, ich sinne nach über all dein Tun.
    Psalm 143,5

    Ich nehme hin und wieder meine älteren Tagebucheinträge zur Hand. Wenn ich mich erneut mit meiner damaligen Welt auseinandersetze, kann das sehr anregend sein. Es ist so mancher Gedanke darunter, den ich nicht weiter verfolgt habe und bei dem es sich lohnt, ihn erneut aufzugreifen. Inzwischen habe ich neue Erfahrungen gesammelt und kann im Rückblick einschätzen, was für mein Leben wertvoll war und was nicht. Beim Lesen meiner Notizen begegne ich auch meinem früheren Selbst mit all den Fragen, Hoffnungen und Befürchtungen, die mich einst bewegten. Vieles hat sich mit der Zeit in Luft aufgelöst. Wie häufig war die Realität nicht so schwer zu bewältigen, wie es zunächst aussah?

    Oft erkennt man erst im Nachhinein, wie Gott einen roten Faden durch das eigene Leben zieht, den man mitten im Geschehen nicht sehen konnte. Eine große Hilfe ist dabei die Bibel. Sie ist beileibe kein abstraktes Lehrbuch, sondern eröffnet einen Dialog zwischen ihrem wertvollen Text und unserer Erfahrung. Sie hilft uns, eine geistliche Kontinuität in unserem Leben zu erkennen, Wachstum sichtbar zu machen oder uns mit früheren Versionen unseres Selbsts zu versöhnen. Sie ist einfach ein wunderbares Handbuch für die Praxis unseres Lebens.

    Gebet
    HERR, du kennst meine Wege – die vergangenen und die kommenden. Wenn ich in alte Gedanken eintauche, öffne mir das Herz für das, was du mir damals schon zeigen wolltest und heute neu zeigst. Amen.