Der Weg des Vertrauens
Jesus sagte zu Marta: „Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?“
Johannes 11,40
Vor genau einem Jahr habe ich eine Andacht geschrieben mit dem Titel „Unser Glaube an die Wundertaten Jesu“. Die Auferstehung Jesu ist der zentrale Punkt für unseren Glauben. Wer sie leugnet reduziert Jesus Erlösungswerk entscheidend. Dann wäre das, was er für uns am Kreuz vollbracht hat, nur eine Märtyrertat wie viele, ohne jegliche Konsequenz für die Menschheit. Zum Schluss meiner Andacht habe ich geschrieben: „Seine Taten zu leugnen ist der sicherste Weg, die Herrlichkeit Gottes nicht zu sehen und nach dem Tod nicht in das ewige Leben einzugehen. Lassen wir uns diesen Glauben an die historisch belegten Wunder von niemandem nehmen!“
Wenn wir heute über Wunder sprechen, stehen wir zwischen zwei Versuchungen: der naiven Erwartung, Gott müsse ständig das Natürliche außer Kraft setzen – und der skeptischen Haltung, dass so etwas grundsätzlich nicht sein kann. Doch Jesus lädt uns in einen dritten Weg ein: den Weg des Vertrauens. Vertrauen heißt in diesem Zusammenhang weder „blind glauben“ noch „alles erklären wollen“. Ein verantwortungsvoller Wunderglaube rechnet mit Gottes Eingreifen, ohne es zu erzwingen – und er vertraut Gottes Weisheit, auch wenn das Wunder ausbleibt. Das Vertrauen in Gott bedeutet nicht: „Wenn du genug glaubst, passiert das Wunder.“ Sondern: „Wenn du vertraust, wirst du erkennen, was Gott tut – wie auch immer er handelt.“