Andacht Heute

Gastfreundschaft unter Christen

Mein lieber Freund! Du setzt dich sehr für die Brüder ein – sogar für solche, die in eurer Gemeinde nur Gäste sind.
3. Johannes 1,5

    In seinem kurzen Brief lobt Johannes die Gastfreundschaft von Gajus. Dieser hat für ihn fremde, reisende Christen freundlich aufgenommen. Missionare, Lehrer oder Boten konnten nur wirken, wenn sie in anderen Gemeinden versorgt wurden. Wer sie beherbergte, beteiligte sich an ihrem Dienst. Es gab damals noch keine Hotels und keine sicheren Reisewege. Gastfreundschaft bedeutete Schutz, Nahrung und Gemeinschaft. Andererseits waren die Missionare keine reiselustige Egoisten, die es nur auf freie Kost und Logis abgesehen hatten. Sie hinterließen geistliche Ermutigung, indem sie lehrten, predigten, die Gemeindeglieder ermutigten und ihren Glauben stärkten. Das war schließlich der eigentliche Grund ihrer Reise. Darüber hinaus stärkten sie auch die Verbindung zwischen den einzelnen Gemeinden. So überbrachten sie Nachrichten, sammelten Eindrücke und hielten die frühe Kirche so verbunden und lebendig.

    In den Versen 9–10 beschreibt Johannes auch das Negativbeispiel Diotrephes, der „die Brüder nicht aufnimmt”. Noch heute kann es passieren, dass sich Gemeinden abschotten und lieber „unter sich” bleiben wollen. Dadurch verlieren sie an Lebendigkeit und begeben sich in geistige Enge und Isolation. Dabei sind Christen aufeinander angewiesen. Niemand wächst im Glauben allein. Wir brauchen Begegnung, Austausch und Ermutigung.

    Ausgerechnet Petrus gibt Ratschläge zur Mäßigung

    Vergeltet nicht Böses mit Bösem, droht nicht mit Vergeltung, wenn man euch beleidigt. Im Gegenteil: Bittet Gott um seinen Segen für den anderen. Denn ihr wisst ja, dass Gott auch euch dazu berufen hat, seinen Segen zu empfangen.
    1. Petrus 3,9

    Mir gefällt es sehr, wie Petrus seine Überlegungen darlegt. Man merkt, dass hier ein genauer Beobachter seine Schlüsse zieht und seine Empfehlungen den Empfängern seines Briefs weitergibt. Er rät entschieden davon ab, Vergeltung zu praktizieren. Dabei wissen wir, dass Petrus jemand war, dem sein Temperament manchmal durchgegangen ist. Er konnte impulsiv, emotional und manchmal ungestüm sein. So zog er gegen Malchus das Schwert und schlug dem Knecht des Hohenpriesters das Ohr ab. Jesus stoppte ihn sofort und heilte den Verletzten. Petrus wollte in diesem Moment seinen Herrn einfach nur beschützen. Seine überschießende Reaktion war kein Akt kalkulierter Rache oder Vergeltungslust.

    Dieser Petrus war kein Musterknabe, sondern in seinen Reaktionen durchaus kritisierbar. Das schließt jedoch nicht aus, dass er anderen einen Rat geben kann. Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall. Wer immer brav in seiner Kammer hockt und niemals als Akteur in Auseinandersetzungen in Erscheinung tritt, ist auch nicht in der Lage, auf Dinge hinzuweisen, die in der Natur des Menschen liegen, wie das Bedürfnis nach Genugtuung, wenn man schlecht behandelt wurde. Gerade jemand wie Petrus, der solche Situationen und die damit verbundenen inneren Kämpfe kennt, kann ein besserer Ratgeber sein. In der Malchusgeschichte hat er selbst erlebt, wie Jesus mit ihm umgegangen ist. Er hat ihn nicht verurteilt, nicht bloßgestellt und es ihm nicht „zurückgezahlt”. Jesus hat Petrus aus seinem hochemotionalen Zustand heruntergeholt. Er hat ihn in aller Liebe wiederhergestellt und ihm als brauchbaren Diener Aufträge erteilt. Dabei hat Petrus gelernt, Krisen zu bewältigen, und verstanden, dass Stärke nicht im Zuschlagen, sondern im Aushalten liegt. Seine Worte, die auch uns im Alltag helfen können, haben Gewicht, weil sie durchlebt sind.

    Einladung zum Festmahl

    Er wird den Tod für immer und ewig vernichten. Gott, der HERR, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen. Er befreit sein Volk von der Schande, die es auf der ganzen Erde erlitten hat. Das alles trifft ein, denn der HERR hat es vorausgesagt.
    Jesaja 25,8

    In diesem Kapitel lobt und dankt der Prophet Jesaja Gott für die Rettung und Treue gegenüber seinem Volk. Er spricht davon, dass der HERR auf dem Berg Zion ein Festmahl für alle Völker bereitet hat. Dabei vernichtet er den Tod, wischt alle Tränen ab und nimmt die Schmach seines Volkes weg. Diese Verse gehören zu den hoffnungsvollsten im gesamten Alten Testament. Sie eignen sich daher sehr gut für den Beginn eines neuen Jahres. Schließlich wünschen wir uns alle Frieden, Gesundheit, Gelingen und Versöhnung. Mit Gottes Hilfe kann dies möglich werden. Gott schafft Neues, entlastet uns und öffnet uns die Zukunft. Jesaja malt uns das Bild eines Festmahls, wie wir es uns wünschen: Ein Tisch, an dem alle Völker Platz haben. Gott lädt dazu ein, uns untereinander zu versöhnen und mit ihm zu feiern. Wir sollten ihm danken, wie es Jesaja tut:

    HERR, du bist mein Gott! Ich lobe dich und preise deinen Namen, denn du vollbringst wunderbare Taten. Was du vor langer Zeit beschlossen hast, das hast du in großer Treue ausgeführt.
    Jesaja 25,1